
FrankfurtIm festgefahrenen Tarifkonflikt mit der Lufthansa rechnet die Flugbegleitergewerkschaft UFO bis Dienstag mit einem Vorschlag des Konzerns für einen Schlichter. „Zunächst wird die Lufthansa Vorschläge machen“, sagte der Vorsitzende der Unabhängigen Flugbegleiter Organisation (UFO), Nicoley Baublies. Wie schnell es dann zu einer Verständigung auf einen Schlichter komme, hänge davon ab, ob sich die Vorschläge des Konzerns mit den Vorstellungen der Gewerkschaft deckten. „Im Idealfall gibt es Überschneidungen“, sagte Baublies.
Der Gewerkschaftsvorsitzende bekräftigte, dass die Flugbegleiter vorerst nicht weiter streiken wollten. Für die Zeitdauer einer Schlichtung seien keine weiteren Arbeitsniederlegungen geplant, sagte Baublies. „Alles andere als ein Zeitraum von mindestens sechs Wochen für eine Schlichtung wäre unrealistisch.“ Damit wären Streiks bis Mitte Oktober nicht mehr möglich. Während einer Schlichtung gelte die Friedenspflicht, daran halte sich die Gewerkschaft „selbstverständlich“, sagte Baublies.
Die Lufthansa wollte auf Anfrage nicht bestätigen, dass von ihrer Seite bis Dienstag Vorschläge für einen Schlichter kommen sollen. „Wir diskutieren mit der UFO derzeit alle offenen Punkte“, sagte ein Konzernsprecher. „Wenn es etwas zu kommunizieren gibt, werden wir die Öffentlichkeit unterrichten.„ In den vergangenen Tagen war spekuliert worden, Ex-Bundespräsident Horst Köhler könne eine Vermittlerrolle in dem Tarifstreit übernehmen.
Im Konflikt mit der Lufthansa hatten die Flugbegleiter in den vergangenen Tagen merfach gestreikt und für hunderte ausgefallener Flüge sowie Verspätungen gesorgt. UFO fordert die Abschaffung von Leiharbeit und fünf Prozent mehr Lohn für eine Laufzeit von 15 Monaten. Die Arbeitgeberseite bietet 3,5 Prozent mehr Geld, will aber gleichzeitig die monatlichen Arbeitszeiten um zwei Stunden erhöhen und die Gehaltsstrukturen ändern. Die Lufthansa ist zum Verzicht auf Leiharbeit bereit.