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Teldafax ist pleite: Mitarbeiter schreddern massenhaft Unterlagen

exklusiv Obwohl Teldafax seit Monaten Rechungen nicht bezahlte, behauptete die Führung, man sei auf gutem Wege. Jetzt ist der Stromanbieter pleite. In der Zwischenzeit hatten besonders loyale Mitarbeiter einen Sonderauftrag.

Überschuldet, dubiose Geschäftspraktiken, drohende Insolvenz: Der Stromanbieter Teldafax. Quelle: dpa
Überschuldet, dubiose Geschäftspraktiken, drohende Insolvenz: Der Stromanbieter Teldafax. Quelle: dpa

TroisdorfDas nach eigenen Angaben größte unabhängige Energieunternehmen Deutschlands, Teldafax, ist pleite. Die Führung des Billigstromanbieters reichte am Dienstag beim Amtsgericht Bonn einen Insolvenzantrag ein. Das Gericht berief den Rechtsanwalt Biner Bähr zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

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Der Schritt zeichnete sich seit längerem ab. Teldafax hatte in den vergangenen drei Monaten drei Vorstandsvorsitzende, mehrfach wechselnde Eigentümer und verlor mehr als 200.000 seiner knapp 800.000 Kunden, weil immer mehr Netzbetreiber dem Unternehmen die Nutzung ihrer Leitungen schlicht untersagten. Fußballbundesligist Bayer04 löste erst vor zwei Wochen den Sponsoringvertrag vorzeitig auf.

Seit Monaten ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung. In all diesen Wochen vermeldete das Unternehmen jedoch ausnahmslos, es sei auf dem Wege der Besserung.

Was die Pleite für die Verbraucher bedeutet

  • Müssen Teldafax-Kunden damit rechnen, bald im Dunkeln zu sitzen?

    Nein. Die Versorgung mit Strom und mit Gas ist auf jeden Fall gesichert, wie die Bundesnetzagentur betont. Im schlimmsten Fall - wenn Teldafax tatsächlich die Versorgung einstellen müsste - fiele der Konsument in die sogenannte Grundversorgung zurück. Allerdings müsste der Verbraucher dafür etwas tiefer in die Tasche greifen als beim Troisdorfer Billiganbieter. Er könnte sich aber sofort einen neuen Anbieter suchen.

  • Teldafax hat Strom gegen Vorkasse verkauft. Ist das Geld jetzt weg?

    Wahrscheinlich ja. Wer bei Teldafax von dem Angebot Gebrauch machte, den Strom billig gegen Vorkasse zu beziehen und dafür die Stromkosten bis zu ein Jahr im Voraus bezahlte, dürfte nach Einschätzung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen von seinem Geld nicht mehr viel wiedersehen. „Diese Kunden haben jetzt denkbar schlechte Karten“, urteilt der Jurist der Verbraucherzentrale, Jürgen Schröder.

  • Gibt es Schlupflöcher, wie Kunden doch noch ihr Geld zurückbekommen können?

    Nur im Ausnahmefall. Wenn Teldafax das Geld per Einzugsermächtigung erhielt und die Abbuchung weniger als sechs Wochen her ist, kann der Kunde die Abbuchung bei seiner Bank rückgängig machen, wie Schröder erklärt. Zwar muss er auch dann Teldafax für den in der Zwischenzeit verbrauchten Strom bezahlen. Doch das übrige Geld kann so gerettet werden.

  • Was muss der Kunde tun, wenn der Strom ausbleibt und er in die Ersatzversorgung fällt?

    Der Stromkunde hat drei Monate Zeit, sich einen neuen Stromanbieter zu suchen. Doch sollte er nicht zu lange damit warten. Denn der Strom vom Grundversorger ist in der Regel recht teuer, wie die Verbraucherzentrale betont. Der schnelle Wechsel zu einem neuen Anbieter spart also Geld.

Der Insolvenzantrag bedeutet ein Desaster für den Finanzinvestor Prime Mark, der erst vor drei Monaten Teldafax übernommen hatte und mit 50 Millionen Euro ausstattete. Auch 2010 war ein ähnlicher Betrag von einem unbekannten Investor geflossen. Teldafax war für die Frage, wie ein Unternehmen bei solchen Geldspritzen pleitegehen kann, nicht zu sprechen. Aufsichtsrat Wolfram Scharff sagte: „Die 100 Millionen sind wohl weg. Und Teldafax wollte ja noch mal 100 Millionen haben.“

  • 15.06.2011, 11:13 UhrAnonymer Benutzer: FoCS

    @ Teldafurz: Der Punkt ist nicht der, dass die Leute keine Ahnung von Wirtschaft haben. Sie verlangen eher, dass der Staat als der grosse Regulator ihnen alle Risiken der Marktwirtschaft abnimmt und sie so aus der Verantwortung für das eigene Handeln entlässt.

    Die Menschen wollen die Vorzüge der Marktwirtschaft ohne ihre Nachteile, Motto: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.

  • 15.06.2011, 11:07 UhrAnonymer Benutzer: AntonRedlich

    Lieber Jogi!
    Wissen Sie überhaupt von was sie reden?
    Kennen Sie die horrenden Selbstbedienungsgebühren der Insolvenzverwalter (sind Sie alt genug um das Maxhütte Drama erlebt zu haben)? In vielen nicht in ALLEN haben Insolvenzverwalter den gescheiterten Unternehmen den Todesstoß versetzt ( Beispiel der Insolvenzverwalter hatte sich bei der Maxhütte im voraus über 55 Mill. DM gesichert für wenig... sogar sehr wenig Arbeit)
    Allerdings es gibt auch Könner unter der Berufsgruppe..unbestritten.
    Unbedarfte Richter die die Insolvenzverwalter bestellen sind aber oft überfordert...manchmal hat man bei der immergleichen Berufung sogar ein Geschmäkle.
    Als Bonmot...der Insolvenzverwalter der vor vielen Jahren die Insolvenz der Teldafax( damals ein Telefondienstleister-Anbieter) dilletantisch über die Bühne gebracht hat..hat vor wenigen Wochen selbst Insolvenz angemeldet.
    Nicht für Ungut

  • 15.06.2011, 10:39 UhrAnonymer Benutzer: Daniel

    Als "hart werktätiger Familienvater" haben Sie doch gewusst,
    - dass Teldafax viel Geld ins Sponsoring gesteckt hat
    - dass Verbraucherschützer vor Vorkasse-Angeboten gewarnt haben
    - dass man bei Vorkasse-Angeboten ein Risiko eingeht

    Sie haben gute 1000€ gewettet um, keine Ahnung, 100€ im Jahr gegenüber nicht-Vorkasse-Anbietern zu sparen. Die Wette haben Sie verloren. Dafür sind (außer den Drahtziehern bei Teldafax) SIE verantwortlich - nicht Rudi Völler.

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