Die Saison wird immer länger: Statt wie früher nur von April bis Oktober öffnen immer mehr Parks auch im Dezember. Die wegen der Kälte geschlossenen Attraktionen wie Wasserachterbahnen gleichen sie durch niedrigere Preise und aufwendige Beleuchtung aus und vermarkten das ganze unter Namen wie "Wintertraum" oder "Zauberhafte Winterwochen". Das Phantasialand in Brühl bei Köln hatte zudem erstmals von Januar bis März sein Indoor-Areal Wuze Town als Spielelandschaft geöffnet.
Um die Besucher länger als nur einen Tag lang zu fesseln, bieten immer mehr Anbieter Übernachtungen in eigenen Unterkünften an. "Die Parks entwickeln sich damit zu Kurzurlaubszielen", sagt Kiel. So eröffnet der Europa-Park im Juni sein viertes Hotel. Mit Gästehaus und Tipidorf kann der Park dann rund 4 400 Besucher betten.
Der Heide-Park betreibt bereits ein Karibik-Camp aus Holzhütten. Wenn Ende Juni ein Piratenhotel seine Pforten öffnet, kommen die Soltauer auf 1 300 Schlafplätze. Das Phantasialand wirbt mit dem im chinesischen Stil erbauten Hotel Ling Bao.
Und auch der brandenburgische Spaßbad-Park Tropical Islands plant auf seinem Areal bis 2010 den Bau von Hotels, Campingplätzen und Ferienwohnungen. Das ist auch nötig: Die Besucherzahlen des Ende 2004 eröffneten Parks, der dem malaysischen Mischkonzern Tanjong gehört, entwickeln sich schlechter als geplant - liegt doch die Halle, in der ursprünglich der riesige Transportzeppelin Cargolifter gebaut werden sollte, "ziemlich in der Pampa", wie ein Branchenkenner lästert. Ohne Übernachtungsmöglichkeiten ist das Besucherpotenzial für die mit gut 15 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln subventionierte Tropen-Badelandschaft begrenzt.
Hotels erweitern den Besucherradius. "Beim Tagesausflug sind zwei Stunden Anfahrt die Schmerzgrenze", sagt Kiel. Der Europa-Park wirbt jetzt um Gäste aus England und Österreich: Dazu kooperiert Mack mit Reiseveranstaltern und dem benachbarten Flughafen Lahr. Der hat seit 2006 die Lizenz als Sonder-Airport für Europa-Park-Gäste. In diesem Sommer erhofft sich Mack davon bis zu 10 000 zusätzliche Besucher: "Unsere einzige Wachstumsbremse sind die Übernachtungsmöglichkeiten." Er kann sich daher gut vorstellen, schon 2009 den nächsten Bau hochzuziehen, wenn das neue, im Klosterstil gehaltene Hotel Santa Isabel mit 290 Betten einschlägt: "Platz genug dafür haben wir."
Lesen Sie weiter auf Seite 3: Im Park gab es schon die Miss-Germany-Wahl und einen CDU-Parteitag.