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Tierfutter: Fressnapf setzt aufs Online-Geschäft

Die Zoobedarfs-Kette Fressnapf geht im Internet auf Kundenjagd und will so den Online-Marktführer Zooplus angreifen. Satte Gewinne macht der Tierfutter-Händler aber anderswo.

Fressnapf-Chef Torsten Toeller will den Online-Handel ausbauen. Quelle: PR Fressnapf
Fressnapf-Chef Torsten Toeller will den Online-Handel ausbauen. Quelle: PR Fressnapf

KrefeldEuropas größter Zoobedarfs-Händler Fressnapf geht im Internet auf Kundenjagd. Das Unternehmen will mehr Käufer in seinen Online-Shop locken und dem größten digitalen Wettbewerber Zooplus Marktanteile abjagen. Bis in fünf Jahren will Fressnapf online 350 Millionen Euro erlösen. „Wenn unsere Preise unterboten werden, gehen wir gnadenlos mit“, sagte Konzernchef Torsten Toeller bei der Bilanzpressekonferenz am Dienstag in Krefeld.

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Noch macht Fressnapf den allergrößten Teil des Geschäfts in seinen europaweit rund 1200 Filialen. Im vergangenen Jahr gaben die Kunden dort mehr als 1,4 Milliarden Euro aus. Weniger als 50 Millionen Euro entfielen auf den Online-Shop. Zum Vergleich: Internet-Primus Zooplus verkaufte 2012 bereits Hundefutter, Katzenbäume und Vogelkäfige für knapp 320 Millionen Euro. Allerdings war das starke Wachstum der vergangenen Jahre teuer erkauft: Die Burda-Tochter Zooplus schrieb immer wieder Verluste in Millionenhöhe.

Was die Deutschen für ihre Haustiere ausgeben

  • Katzenfutter

    Im Jahr 2011 wuchs der Markt für Katzenfutter weiter und behauptete sich mit einem Umsatz von 1.486 Mio. Euro (plus 0,7 Prozent). Das Segment „Snacks und Katzenmilch“ erzielte dabei ein Plus von 5,9 Prozent und übertraf damit das Vorjahresergebnis mit jetzt 197 Mio. Euro erneut. Der Bereich „Trockenfutter“ legte ebenfalls zu, mit 0,6 Prozent Zuwachs auf 318 Mio. Euro. Lediglich das Segment „Feuchtfutter“ musste mit nun 971 Mio. Euro einen leichten Rückgang hinnehmen (minus 0,2 Prozent).

    (Quelle: Der Deutsche Heimtiermarkt, Industrieverband Heimtierbedarf)

  • Hundefutter

    Der Hundefuttermarkt setzte 2011 insgesamt 1.146 Mio. Euro um und wuchs somit mit einem Plus von 0,9 Prozent wieder stärker als im Vorjahr. Besonders positiv stellte sich im Hundefuttermarkt 2011 mit einem Zuwachs um 5,1 Prozent auf 373 Mio. Euro das Segment „Snacks“ dar. Nach Umsatzeinbußen im Vorjahr entwickelte sich auch der Bereich „Feuchtfutter“ 2011 wieder positiv, mit einem Wachstum um 0,6 Prozent auf 362 Mio. Euro. Das Segment „Trockenfutter“ hingegen verzeichnete erneut einen Rückgang (411 Mio. Euro, minus 2,4 Prozent).

    (Quelle: Der Deutsche Heimtiermarkt, Industrieverband Heimtierbedarf)

  • Zierfischfutter

    Nach deutlichen Verlusten in den Vorjahren entwickelte sich das Segment „Zierfischfutter“ im Jahr 2011 erstmals wieder positiv und verzeichnete mit 64 Mio. Euro ein Umsatzplus von 4,9 Prozent. Bedingt wurde dieses erfreuliche Ergebnis vor allem durch positive Veränderungen im Bereich Teichfutter. Die Umsätze in den Segmenten „Kleintierfutter“ (121 Mio. Euro, minus 4,7 Prozent) sowie „Ziervogelfutter“ (49 Mio. Euro, minus 9,3 Prozent) gingen 2011 erneut zurück.

    (Quelle: Der Deutsche Heimtiermarkt, Industrieverband Heimtierbedarf)

  • Spielzeug & Co

    Der Markt für Heimtier-Bedarfsartikel erzielte 2011 einen Gesamtumsatz von 916 Mio. Euro (minus 2,2 Prozent). Ein Umsatzplus von 2,6 Prozent verzeichnete dabei der Markt für Hunde-Bedarfsartikel mit 159 Mio. Euro. Nach guten Wachstumsraten in den Vorjahren ging im Jahr 2011 der Umsatz im Markt für Katzen-Bedarfsartikel (182 Mio. Euro, minus 1,1 Prozent) sowie Katzenstreu (238 Mio. Euro, minus 4,0 Prozent) zurück. Auch die Bedarfsartikelmärkte für Ziervögel (42 Mio. Euro, minus 2,3 Prozent), Zierfische (194 Mio. Euro, minus 3,5 Prozent) sowie Kleintiere (101 Mio. Euro, minus 4,7 Prozent) entwickelten sich nicht positiv.

    (Quelle: Der Deutsche Heimtiermarkt, Industrieverband Heimtierbedarf)

Auch Fressnapf legt im Internet drauf. Und daran wird sich so schnell nichts ändern. Allein im laufenden Jahr will Geschäftsführer Toeller gemessen am Umsatz fünfmal so viel Geld für Online-Werbung ausgeben wie für klassisches Marketing. Endlos will der Chef seine Online-Abteilung aber nicht an der langen Leine halten: „Spätestens in fünf Jahren wollen wir profitabel sein.“

Forsa-Studie Die Deutschen und ihre Tiere

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Im traditionellen Geschäft gelingt Fressnapf das längst. 2012 verdiente die Zoohandels-Kette nach Handelsblatt-Informationen gut sechs Prozent vor Steuern. Toeller gibt sich zuversichtlich, dass er seine EBT-Marge halten kann. „Unser Geschäft ist relativ krisensicher“, sagt er. „Selbst wenn es den Leuten schlecht geht, sparen sie nicht an ihren Tieren.“

  • 06.02.2013, 09:28 Uhronlinema

    Das klingt echt spannend. Ich habe so ein Gefühlt, dass diverse Anbieter in den Onlinemarkt hinein möchten. Fraglich bleibt es ob alle auch bedient werden können. Das Fressnapf Zooplus im Onlinemarkt einholen wird bezweifle ich. Hierzu steht viel auf dem Spiel. Die Kunden müssen ja schließlich auch in den Laden kommen und die Spontankäufe sind sicherlich auch nicht ohne. Durch die weiteren Zukäufe wie Canimix wird es Fressnapf evtl. gelingen Zooplus indirekt einzuholen. Was das Trockenfutter angeht so gibt es hierzu auch eine interessante Infografik http://www.foodinni.de/trockenfutter-10-spannende-fakten-ueber-trockenfutter/ Das beliebteste Futter bleibt also Trockenfutter. Hund & Katze sind die Schwergewichtsmeister was die Umsätze angeht. Die Anzahl der Futterhersteller ist natürlich erschreckend. Ich hätte nie gedacht, dass es so viele sind und das allein in Deutschland

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