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Trotz Großumzug: Charité will in den schwarzen Zahlen bleiben

exklusivDie Sanierung des 800-Betten-Hochhauses in Berlin-Mitte belastet die Bilanz der Charité. Trotz des Großprojekts will das Universitätsklinikum aber weiter einen Gewinn vorlegen.

Das Bettenhaus der Charité in Berlin-Mitte. Quelle: dpa
Das Bettenhaus der Charité in Berlin-Mitte. Quelle: dpa

BerlinDas Universitätsklinikum Charité hat in diesem Jahr viel vor: Das 800-Betten-Hochhaus in Berlin-Mitte, weithin sichtbares Wahrzeichen des Klinikums, wird für eine Sanierung geräumt, die Patienten in einen Interimsbau verlegt. Klinikdirektor Matthias Scheller rechnet wegen des Großprojekts in diesem Jahr mit zusätzlichen Belastungen in zweistelliger Millionenhöhe, hat aber weiterhin das Ziel, möglichst in den schwarzen Zahlen zu bleiben, wie er dem Handelsblatt sagte.

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Das 21-geschossige Bettenhochhaus, das 1982 fertig gestellt wurde, muss dringend saniert werden und soll unter anderem um einen neuen Operationstrakt erweitert werden. Dafür stellt der Senat der Charité insgesamt 185 Millionen Euro zur Verfügung. Weil die Charité aber nicht auf die Einnahmen durch die vielen Patienten verzichten kann, die das Bettenhaus aufnehmen kann, werden die zu Behandelnden in einem Fertigzimmerbau untergebracht, der gerade auf den Charité-Campus errichtet wird. Allein die Kosten für diesen Interimsbau schlagen bei der Charité mit drei Millionen Euro pro Jahr zu Buche.

Das Universitätsklinikum hat nach vielen Jahren mit Verlust 2012 das zweite Jahr in Folge schwarze Zahlen geschrieben. Trotz eines laut Krankenhausplan vorgeschriebenen Abbaus von mehr als 100 Betten und gestiegenen Kosten unter anderem durch Tariferhöhungen erzielte die Charité den vorläufigen Zahlen zufolge einen Gewinn von 5,2 Millionen Euro. Das sind zwar drei Millionen weniger als im Jahr zuvor, aber mehr als die 4,7 Millionen Euro Ergebnis, die Scheller wegen des Bettenabbaus für 2012 erwartet hatte.

Viele Krankenhäuser in Deutschland schreiben rote Zahlen, weil die gedeckelten Einnahmen aus der Gesetzlichen Krankenversicherung nicht mit den Kostensteigerungen Schritt halten. Nach den jüngsten Zahlen der Deutschen Krankenhausgesellschaft macht fast jede dritte Klinik Verlust.

Weil die Charité mehr Patienten und schwerere Krankheitsfälle behandelt hatte als noch 2011, stieg der Umsatz um rund sechs Prozent auf knapp 1,2 Milliarden Euro. In diesem Jahr erwartet Scheller wegen des Umzugs allerdings keine erneute Umsatzsteigerung.

Scheller führt seit 2008 gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden Karl Max Einhäupl das Universitätsklinikum Charité, das binnen drei Jahren in die Gewinnzone geführt werden musste. Das war Voraussetzung dafür, dass die Charité mit ihren rund 13 000 Mitarbeitern vom Land Berlin mehr als 300 Millionen Euro für dringend benötigte Investitionen bewilligt bekam. Erreicht wurde das Ziel durch viele Sparmaßnahmen und Effizienzprogramme. Die gingen auch zu Lasten der Mitarbeiter, knapp 900 Vollzeitstellen wurden seit 2008 abgebaut oder ausgelagert.

Die Belastung des Klinikpersonals hat längst die Gewerkschaften auf den Plan gerufen haben. Aktuell wollen sie erreichen, dass in dem Universitätsklinikum künftig ein bestimmter Schlüssel von Personal zu Patientenzahl eingehalten wird. Klinikdirektor Scheller sieht durchaus auch, dass die Belastungsgrenze erreicht ist: „Nach den Jahren der Sanierung müssen wir jetzt stärker daran arbeiten, dass das Personal wieder zufrieden ist“, sagte er.

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