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Trotz Sparprogramm: Lufthansa baut Vorstand aus

Eigentlich will und muss die Airline ja sparen und tausende Mitarbeiter entlassen. Laut „Spiegel“ wird es aber schon bald mehr statt weniger Chefposten geben.

Landung eines Lufthansa-Jets in Düsseldorf. Quelle: ap
Landung eines Lufthansa-Jets in Düsseldorf. Quelle: ap

Hamburg/FrankfurtDie Lufthansa plant nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Spiegel“ einen Um- und Ausbau ihres Vorstands. Für den zum 30. Juni scheidenden Personalchef Stefan Lauer sollten zwei Manager nachrücken, schreibt das Magazin in seiner aktuellen Ausgabe. Die Betreuung von Beteiligungen, die Lauer derzeit ebenfalls verantwortet, solle von einem zusätzlichen, fünften Vorstandsmitglied übernommen werden. Die besten Chancen habe Swiss-Chef Harry Hohmeister, ein enger Vertrauter von Lufthansa-Chef Christoph Franz, heißt es in dem Bericht unter Berufung auf Insider.

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Als Personalvorstand seien der Tarifexperte Peter Gerber und die ehemalige Bahnmanagerin Bettina Volkens in der engeren Wahl. Einzelheiten sollen laut „Spiegel“ auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung noch vor dem nächsten regulären Treffen Anfang Mai beschlossen werden. Ein Lufthansa-Sprecher sagte der dpa auf Anfrage, das Unternehmen kommentiere grundsätzlich keine Presseberichte.

Im Zeichen sinkender Nachfrage und erstarkter Konkurrenz hat die Lufthansa AG wie nahezu alle europäischen Fluggesellschaften ein umfangreiches Strukturreformprogramm aufgelegt. Unter dem 2012 eingeführten Titel „Score“ sollen Einnahmen verbessert und Sparmöglichkeiten ausgeschöpft werden, um das Ergebnis bis 2015 um 1,5 Milliarden Euro im Jahr zu steigern. Zuletzt hat der Lufthansa-Konzern bei einem Umsatz von mehr als 30 Milliarden Euro nur 524 Millionen Euro operativen Gewinn gemacht.
Bislang sind für Score 2500 Einzelprojekte identifiziert worden, die nach und nach umgesetzt werden. Allein die 20 wichtigsten sollen eine runde Milliarde Euro bringen. Dazu gehört die Verlagerung dezentraler Lufthansa-Verbindungen auf die kostengünstigere Tochter Germanwings. Größter Kostenblock im Konzern ist das Kerosin, der vor allem über sparsamere, neue Flugzeuge verringert werden kann. Zur Finanzierung will Lufthansa auch beim Personal kräftig sparen: Mindestens 3500 von derzeit 117 000 Stellen will Lufthansa abbauen, 2500 davon in Deutschland. Dafür ist Konzernchef Christoph Franz auch bereit, den historischen Konzernsitz in Köln zu streichen.

Am Freitag waren die Tarifverhandlungen für rund 33.000 Beschäftigte bei der Lufthansa ohne Ergebnis vertagt worden. Ein Angebot sei für die nächste Verhandlungsrunde am 17. April angekündigt worden. Verdi hatte am Donnerstag mehrere tausend Mitarbeiter zu Warnstreiks aufgerufen. Dies behalte man sich auch weiterhin vor, werde aber über die Osterferien aus Rücksicht auf die Ferienreisenden keine Aktionen planen, teilte Verdi mit.
Verdi fordert für die Mitarbeiter vor allem aus den Technik- und Servicebereichen 5,2 Prozent mehr Geld und wirksamen Kündigungsschutz im Rahmen des Sparprogramms „Score“. Von der Lufthansa verlangt die Gewerkschaft, ihre Gegenforderungen nach Mehrarbeit, Nullrunden und Aussetzung der Aufstiegsregeln fallen zu lassen.

  • 26.03.2013, 11:47 Uhrjonny12

    Es ist schon erstaunlich wie selbst reflektiert Manager so sind. Es werden von allen Mitarbeiter 5% gefordert, es werden Bodenarbeitsplätze wegen zu hoher Kosten abgebaut und weil die Verwaltung zu aufgebläht ist und was macht der Vorstand: Er erweitert den Vorstand und erhöht somit die Kosten in der Verwaltung. Jetzt wissen wenigstens die Mitarbeiter für was sie wirklich sparen sollen: für die Manager die die Mitarbeiter eh nur als lästiges Übel sehen. Ist halt fraglich, ob man mit dem Managen Geld bei einer Airline verdienen kann oder man vielleicht doch sich besser auf eigentliche Unternehmensziel konzentrieren soll.

  • 24.03.2013, 20:24 UhrMFSW

    Die Kritik ist sicherlich berechtigt, doch ich kann mir das Geschreie gut vorstellen,wenn LH wirklich verkauft werden sollte.
    Weiter geht es dann mit Siemens,Daimler usw. Brauchen wir alles nicht,können andere Länder viel besser? Vielleicht, doch was ist dann die Alternative für Deutschland? Argarland, verlängerte Werkbank von China? Kritik ist gut ,LH-Bashing kontraproduktiv.

  • 24.03.2013, 19:00 Uhrhonorarredner

    So wie der Konzern so sind auch die Mitarbeiter

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