
HB BONN. Der Umsatz der Deutschen Post ist im vergangenen Jahr eingebrochen, weil Kunden aufgrund der Wirtschaftskrise weniger Briefe und Pakete verschickten. Die Einnahmen fielen um 15,2 Prozent auf 46,2 Milliarden Euro, wie der Konzern am Dienstag mitteilte. Der operative Gewinn (Ebit) vor Einmaleffekten sank um 26,8 Prozent auf 1,47 Milliarden Euro. Besonders die Express-Sparte und das Speditionsgeschäft litten stark unter dem weltweiten Konjunktureinbruch und schrumpften beim Umsatz um knapp ein Viertel.
Unter dem Strich schrieb die Post aber mit einem Überschuss von 644 Millionen Euro wieder schwarze Zahlen, nachdem 2008 wegen Kosten für die Sanierung des defizitären US-Expressgeschäfts ein Verlust von 1,7 Milliarden Euro angefallen war. „Wir haben die Auswirkungen der weltweiten Wirtschaftskrise erfolgreich gemeistert und unsere Ziele 2009 übertroffen“, erklärte Vorstandschef Frank Appel.
Die Dividende für 2009 soll konstant bei 0,60 Euro pro Aktie bleiben. Für die kommenden Jahre stellte Finanzchef Larry Rosen eine kontinuierliche Dividendenpolitik in Aussicht.
Zum Jahresende hatte sich das Geschäft der Post erholt. Fürs laufende und kommende Jahr rechnet der Bonner Konzern deshalb wieder mit steigenden Gewinnen. Der operative Gewinn (Ebit) vor Einmaleffekten soll 2010 auf 1,6 bis 1,9 (2009: 1,47) Milliarden Euro steigen. Der Konzerngewinn soll ebenfalls zulegen. „Auch für das Jahr 2011 erwartet das Unternehmen eine Fortsetzung der positiven Ergebnisentwicklung“, teilte das Management mit.
Eine konkrete Umsatzprognose für 2010 nannte der Konzern nicht, erwartet aber eine „moderate Erholung der weltweiten Transportmengen“. „Auch wenn weiterhin Unwägbarkeiten über das Ausmaß der wirtschaftlichen Erholung und das politische sowie regulatorische Umfeld bestehen, blicken wir optimistisch in die Zukunft“, erklärte Post-Chef Frank Appel. Auch der niederländische Post-Rivalen TNT hatte kürzlich von besseren Geschäften im vierten Quartal berichtet und sich optimistisch für das laufende Jahr gezeigt.