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Umfrage: Zeitarbeitsbranche rechnet mit einem Einbruch

exklusivDen Beschäftigten der Zeitarbeitsbranche drohen möglicherweise Einbußen. Im kommenden Jahr rechnen Experten mit einem Geschäftseinbruch von mindestens zwei Prozent. Sie warnen vor „sozialem Sprengstoff“.

Die ab November geltenden Branchenzuschläge verteuern Zeitarbeit. Quelle: dpa
Die ab November geltenden Branchenzuschläge verteuern Zeitarbeit. Quelle: dpa

MünchenDie führenden 25 Personaldienstleister der Zeitarbeitsbranche rechnen für 2013 mit einem Einbruch des Geschäftes von mindestens zwei Prozent. Das ist das Ergebnis einer Befragung der Marktforschungsagentur Lünendonk, die dem Handelsblatt vorliegt.

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Als Grund für die schlechten Erwartungen nennen die Unternehmen vor allem die seit November geltenden Branchenzuschläge, die Zeitarbeit um bis zu fünfzig Prozent teurer macht. Zudem haben sich Unternehmen wie Volkswagen oder BMW verpflichtet, nur noch eine begrenzte Quote von Zeitarbeitern einzusetzen.

Exklusiv zum Download Höhepunkt der Zeitarbeit ist erreicht

Die Zeiten der guten Jahre sind vorbei. Warum die Zeitarbeitsbranche mit einem Ende ihres Booms rechnet.

Führende Personaldienstleister warnen vor den Folgen. „Für die Geringqualifizierten wird es schwieriger, eine Beschäftigung zu finden. Da schlummert sozialer Sprengstoff“, sagte Stefan Polak, Chef der Job AG aus Fulda. „Einige Anbieter gehen mit den Preisen runter, dabei müssten diese bei steigenden Löhnen eigentlich rauf“, sagt Klaus Eierhoff, Geschäftsführer der Essener Tempton.

Die Branche fürchtet nun eine Welle von Konsolidierungen unter den 11.000 Personaldienstleistern in Deutschland.

 

  • 05.12.2012, 14:34 UhrDoreen

    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Kommentare sind keine Werbeflächen“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • 05.12.2012, 11:03 Uhrlotta56

    Der Skandal ist, dass die Regierung (egal welche) diese Entwicklung stets gefördert hat. Weiterhin hat sich das Problem Dumping mit der Vereinigung gigantisch verschlimmert, weil die neuen Bundesbürger aus Unwissenheit über Tarife teilweise sich bis zur Hälfte des tariflich geregelten Lohn/Gehalt anboten. Dafür wurde dann die teurere Stammbelegschaft gefeuert...
    Die Zeitarbeitsfirmen gehören verboten wegen Ausbeutung.
    Einerseits. Andererseits wie kann man so dumm sein - und sich zu diesen Tarifen seine Arbeitskraft (qualifiziert oder nicht) verkaufen, denn ich finanziere als Zeitarbeiter die Verleiher mit!!
    Denn die Firmen bezahlen für den Leiharbeiter richtig gut z.B. Helfer/ungelernt 22/h und der Hilfsarbeiter bekommt um die 7 €/h (plus/minus).
    Und wo bleibt die Jurisprudenz?? Hier wird regelmäßig gegen deutsches Arbeitsrecht i.v.m. sittenwidriger Bezahlung und Ausbeutung verstoßen.
    Oder haben die auf Druck der Politik die Füße still zu halten?? Eine Schande ist es, was aus Deutschland geworden ist. Da hilft auch kein Vergleich mit den erfolgloseren und kriminellen EU-Mitgliedstaaten (Ausbeutung der EU reicheren Länder).

  • 04.12.2012, 18:45 UhrAlison

    Ich rate jedem selbsternannten „Hochqualifizierten“ zur Selbstreflexion und zur Einschätzung seines tatsächlichen Wertes für ein Unternehmen.

    Zum Vergleich:
    ALDI bietet seinen Kunden ab 10.12. eine Flasche Bordeaux AOP Supérieur Barrique (2010) zum Verkaufspreis von lediglich EUR 3,79. Dieser Wein wird als „ausgezeichnet“ angepriesen. Ebenfalls „ausgezeichnet“ soll auch der bei METRO angebotene Bordeaux Saint-Émilion (Moueix 2009) sein, der allerdings mit einem Verkaufspreis von EUR 15,81 pro Flasche deutlich teurer ist.

    Ähnlich sieht es auch bei den Angeboten von Fachkräften aus, die über Zeitarbeitsunternehmen in die Unternehmen kommen: Als „ausgezeichnet“ gilt bereits ein halbwegs durchschnittlich befähigter Mitarbeiter, der vor allen Dingen günstig zu haben ist und beim Kunden keine Magenschmerzen verursacht. Gern wird auf das Etikett der Begriff „Hochqualifizierter“ gedruckt, denn das klingt netter als die Worte: „… erfüllt viele Anforderungen zu günstigen Konditionen“.

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