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24.08.2007 

Anders als die spontanen Arbeitsniederlegungen Anfang Juli würde die Bahn ein Ausstand der Lokführer jetzt nicht mehr so empfindlich treffen. Denn sie hat sich über Notfall-Einsatz- und -fahrpläne gerüstet. Die Bahn will mithilfe ihrer beamteten und der nicht bei der GDL organisierten Lokführer nach eigenen Angaben im Fernverkehr die ICE-Züge weitgehend planmäßig fahren und Einschränkungen nur bei den IC-Zügen vornehmen. Im Regionalverkehr müsse man aber mit dem Ausfall jedes zweiten Zuges rechnen.

Entgegen aller Kraftmeierei machte auch Finanzchef Diethelm Sack deutlich, wie empfindlich der Konzern auf einen Lokführerstreik reagieren würde: Die Bahn peile für das Geschäftsjahr 2007 einen Gewinn an, der noch leicht über der bisherigen Prognose liege, sagte Sack. Mit der Einschränkung: „Sofern keine besonderen Ereignisse eintreten.“ Wie der Ausstand der Maschinenmänner etwa.

Die bisherigen Streiks hätten Umsatzeinbußen in zweistelliger Millionenhöhe zur Folge gehabt, sagte Mehdorn. Der Tarifabschluss, den die Bahn mit den beiden großen Eisenbahnergewerkschaften Transnet und GDBA im Juli abgeschlossen hatte, koste die Bahn pro Jahr 250 Millionen Euro. Damit sei das Unternehmen „an die Grenze des wirtschaftlich Vertretbaren gegangen“, sagte der Bahnchef.

Die GDL will mehr. Nicht nur mehr als die 4,5 Prozent Lohnzuwachs, sondern sie fordert einen Spartentarifvertrag für das fahrende Personal. Den lehnte die Bahn bisher kategorisch ab. Unterstützt wird sie dabei von der Tarifgemeinschaft der Transnet und der GDBA. Deren Mitglieder hätten in einem „Votum für Solidarität“ deutlich dokumentiert, „dass sie keine Spaltung der Belegschaft“, sondern einheitliche Tarifverträge für alle Eisenbahner wollten, schreibt Transnet-Chef Norbert Hansen in seinem jüngsten Mitglieder-Magazin „Transnet inform“.

Bereits im September will die Tarifgemeinschaft über neue Entgeltstrukturen bei der Bahn reden – auch um durch Schichtdienst belasteten Lokführern mehr Lohn zukommen zu lassen. Die Kollegen der GDL seien zu den Verhandlungen „herzlich eingeladen“. Nachdem der Umgangston unter den konkurrierenden Gewerkschaften eher wenig herzlich war, dürfte diese Einladung wohl wenig Begeisterung ausgelöst haben.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Deutlicher Gewinnsprung, doch Warnstreiks belasten.

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