Warnstreiks belasten: Die Warnstreiks und Streikdrohungen haben der Bahn in diesem Jahr bislang Umsatzeinbußen in zweistelliger Millionenhöhe beschert. „Dieser Umsatz ist unwiederbringlich verloren und kann nicht nachgearbeitet werden wie in anderen Branchen“, sagte Bahnchef Hartmut Mehdorn gestern.
Gewinnsprung: In den ersten sechs Monaten stieg das Bahn-Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 44,4 Prozent auf rund 1,35 Mrd. Euro. Die Umsatzerlöse legten um 5,8 Prozent auf 15,3 Mrd. Euro zu. Die deutliche Ergebnisverbesserung sei von allen Geschäftsfeldern getragen worden, teilte die Bahn mit. Gewinnbringer Nummer eins war erneut der Regionalverkehr mit einem Ebit von 416 Mill. Euro.
Prognose aufgestockt: Das Unternehmen erwartet nun ein Umsatzplus von fünf Prozent, kündigte Finanzvorstand Diethelm Sack an. Noch im März war die Bahn lediglich von einem Umsatzplus von drei Prozent ausgegangen. Für das Gesamtjahr erwartet die Bahn ein operatives Ergebnis von 2,4 Mrd. Euro.
Keine Dividende: Die Deutsche Bahn AG will von sich aus für das laufende Jahr keine Dividende zahlen. „Wenn Sie mich fragen, ob ich eine Dividende zahlen will, sage ich Nein“, sagte Finanzvorstand Diethelm Sack auf eine entsprechende Frage am Donnerstag in Frankfurt. Es könne aber sein, dass der Bund als Eigentümer dazu eine andere Meinung habe, schränkte er ein.
Preiserhöhung möglich: Die Bahn könnte ihre Kunden wegen der gestiegenen Energiekosten und der jüngsten Tarifeinigung mit den Bahnmitarbeitern (außer Lokführer) künftig stärker zur Kasse bitten. Mehdorn schloss eine Erhöhung der Fahrpreise nicht aus. Die hohen Energiepreise machten der Bahn Mühe, auch der Tarifabschluss sei „außerordentlich hoch gewesen“, sagte er. Derzeit gebe es aber keinen konkreten Plan für eine Fahrpreiserhöhung.

