Die Touristik-Branche schöpft wieder Optimismus. Das wurde auf der Internationale Tourismus-Börse (ITB) deutlich, die am Freitag in Berlin begann.
HB BERLIN. Vor allem Billigflieger wollen ihre Kapazitäten kräftig ausweiten. Große Reiseveranstalter setzen ebenfalls immer stärker auf den Online-Vertrieb. Die von der Flutkatastrophe in Asien getroffenen Länder werben auf der Messe um Besucher, um eine wirtschaftliche Katastrophe durch ausbleibende Touristen zu verhindern.
Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) wollte bei der Eröffnung für Deutschland als Reiseziel werben - mit Blick auf die Fußballweltmeisterschaft 2006. Auch Sportgrößen, wie der Präsident des WM-Organisationskomitees Franz Beckenbauer, zeigten Flagge.
Beim weltgrößten Branchentreff präsentieren sich bis zum kommenden Dienstag 10 400 Aussteller aus 181 Ländern - eine Rekordzahl. Erwartet werden wieder rund 140 000 Fach- und andere Besucher.
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Die Gesamtzahl der Urlaubsreisen ab fünf Tagen Dauer habe 2004 bei 79,9 Millionen gelegen und damit um 2,4 Millionen höher als 2003, berichtete der Präsident des Verbands Deutscher Reisebüros Klaus Laepple. Allerdings sank die durchschnittliche Aufenthaltsdauer um einen halben Tag. Die Kurzreise liegt im Trend.
Liebstes Reiseziel der Bundesbürger sei dabei mit über 30 Prozent Deutschland, berichtete F.U.R. Dennoch habe 2004 die Übernachtungszahl in Deutschland stagniert, teilte die Deutsche Zentrale für Tourismus (DZT) mit. In diesem Jahr sei aber mit einem Plus zu rechnen. Als besonders beliebte Urlaubsformen nannten die Reiseexperten All-inclusive-Hotels und Städtereisen, aber auch Kur und Kultur im Urlaub oder Kreuzfahrten.
Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft Air Berlin will dieses Jahr 13,7 Millionen Passagiere befördern und damit 14 Prozent mehr als im Vorjahr. Germanwings rechnet mit einem Anstieg von 3,5 Millionen auf 5 bis 6 Millionen Fluggäste. Zugleich kündigte das Unternehmen an, in Berlin-Schönefeld im Juni sein drittes Drehkreuz zu errichten und möglicherweise noch im Winter einen vierten Standort in Betrieb zu nehmen.
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Die Lufthansa plant für das laufende Jahr eine leichte Kapazitätsausweitung von zwei bis drei Prozent. Vertriebschef Thierry Antinori verwies darauf, dass die Lufthansa bereits im vergangenen Jahr ihr Angebot um 16 Prozent ausgedehnt und auch verkauft habe. Erheblich ausgeweitet worden sei der Verkauf von Tickets über das Online-Portal. „Im Januar dieses Jahres haben wir 30 bis 40 Prozent mehr Tickets im Internet verkauft als im Dezember 2004“, sagte Antinori.
Beim Tourismus in den von der Tsunami-Flutwelle betroffenen Regionen sind nach Einschätzung des Präsidenten der Welttourismusorganisation WTO, Francesco Frangialli, in den vergangenen Wochen Fortschritte erreicht worden. Diese hätten aber noch nicht das Ausmaß, „das wir gerne sehen würden.“ Nach Einschätzung des Deutschen Reisebüro und Reiseveranstalter Verbandes braucht Sri Lanka derzeit die größte Unterstützung.

