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06.03.2008 
Geschäftszahlen

US-Geschäft drückt Postgewinn

Die Deutsche Post hat 2007 einen deutlichen Ergebniseinbruch verzeichnet. Das weiter defizitäre US-Geschäft schmälerte den Gewinn um 17 Prozent. Im Mai will der neue Postchef Frank Appel kundtun wie es mit der Sparte weitergeht. In einem Punkt lässt er nicht mit sich reden.

Der neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post, Frank Appel. Foto: dpaLupe

Der neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post, Frank Appel. Foto: dpa

HB BONN. Die Wertberichtigungen für das verlustreiche US-Express-Geschäft senkten den Gewinn der Deutschen Post um 17 Prozent. Jedoch fiel das operative Ergebnis (Ebit) mit rund 3,2 Mrd. Euro etwas besser aus, als Analysten erwartet hatten.

Aufgrund der Korrekturen von 594 Mill. Euro fiel im Gesamtjahr im Unternehmensbereich Express ein operativer Verlust von 174 Mill. Euro an. Der Umsatz stieg um 3,1 Prozent. Die Post leidet in den USA unter dem harten Wettbewerb mit den Platzhirschen UPS und FedEx und jüngst auch verstärkt unter den Problemen der US-Wirtschaft.

Die Wertberichtigung schlug auch auf das Nettoergebnis der Post durch. Der Konzerngewinn nach Minderheiten ging ging auf 1,39 Mrd. von 1,91 Mrd. Euro im Vorjahr zurück. Die Post bekräftigte aber, die Dividende für 2007 um 20 Prozent auf 90 Cent je Aktie erhöhen zu wollen. Vor Einmaleffekten erzielte die Post einen Zuwachs beim Ebit von 7,6 Prozent auf 3,76 Mrd. Euro und erreichte damit ihr anvisiertes Ziel. Der Umsatz kletterte im Gesamtjahr rund fünf Prozent auf 63,5 Mrd. Euro.

Das Unternehmen zeigte sich zuversichtlich, die angepeilten Gewinnsteigerungen für 2008 und 2009 zu erreichen, auch wenn es gewisse Risiken gebe. "Sicher gibt es gute Gründe für eine gewisse Vorsicht, schließlich können wir die möglichen Folgen einer etwaigen US-Rezession nicht abschätzen", sagte Allan.

2008 will die Post vor Einmaleffekten ein Ebit von 4,2 Mrd. Euro erreichen - allein rund 1,95 Mrd. sollen aus dem Brief-Geschäft kommen, 500 Mill. Euro aus dem Express-Geschäft, rund 1,05 Mrd. Euro soll die Logistik und rund 1,2 Mrd. Euro die Finanzdienstleistungen beitragen. 2009 soll das Ebit auf 4,7 Mrd. Euro steigen. Zudem erwartet der Konzern im laufenden Jahr ein Vorsteuerergebnis von 3,2 Mrd. Euro, das 2009 auf 3,8 Mrd. Euro steigen soll.

"Unser Schwerpunkt wird weiterhin auf organischem Wachstum liegen", sagte der neue Post-Chef Frank Appel. "Außerdem wollen wir mehr Cash generieren und unsere Aktionäre stärker am Unternehmenserfolg teilhaben lassen." Appel trat die Nachfolge von Klaus Zumwinkel an, der wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung von seinem Posten zurückgetreten war.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Wie sich die Dividende in den nächsten fünf Jahren entwickeln soll

Beim angestrebten Abbau der Verluste im US-Express-Geschäft drückt der frühere Logistikvorstand auf die Tube. Die Post leidet in den USA unter dem harten Wettbewerb mit den Platzhirschen UPS und FedEx und jüngst auch verstärkt unter den Problemen der US-Wirtschaft. Trotzdem deutet sich keine Trennung von der Sparte an: Die Optionen seien eingegrenzt, im Mai solle eine Lösung vorgestellt werden, kündigte Appel an. Ein Rückzug aus dem US-Geschäft sei keine Lösung. Der US-Markt sei fester Bestandteil der Wachstumsstrategie des Konzerns.

Neben dem US-Express-Geschäft habe die Zukunft der Postbank Priorität bei der Post, erläuterte Appel. Die Postbank verfüge über eine starke Plattform und werde die Konsolidierung der Branche aus einer Position der Stärke mitbestimmen. Die Gewerkschaft Verdi stemmt sich gegen einen Verkauf der Postbank. Zuvor war bereits im Aufsichtsrat der Tochter Widerstand gegen einen Verkauf laut geworden. Appel rückte am Montag an die Spitze des Kontrollgremiums der Postbank, wo er dem langjährigen Post-Chef Klaus Zumwinkel nachfolgt.

Bei der Expansions- und Dividendenstrategie hält Appel an der Strategie der Post fest. "Unser Schwerpunkt wird weiterhin auf organischem Wachstum liegen", sagte Appel. Die Ausschüttungen sollen langfristig verdoppelt werden. Während in den vergangenen fünf Jahren 3,2 Mrd. Euro an die Aktionäre flossen, sollen es in den kommenden fünf Jahren 6,4 bis 6,8 Mrd. Euro werden.

Vorbörslich gaben die Titel zunächst leicht nach drehten dann aber am Vormittag ins Plus.

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