Ein Verkauf der Tochter Postbank durch die Deutsche Post ist noch nicht ausgemacht. Der Verkauf sei "keine beschlossene Sache", betonte Post-Chef Frank Appel bei der Hauptversammlung der Post am Dienstag in Köln. Das Unternehmen geht unterdessen erneut die Sanierung des chronisch verlustreichen US-Expressgeschäfts an.
HB KÖLN. Der Post-Vorstand befinde sich in Sachen Postbank noch in einer "Sondierungsphase". Die Post werde sich auch nicht auf einen Termin für einen möglichen Verkauf festlegen. "Wir sind uns mit Investoren und Analysten einig, die Postbank nicht in Hast und Eile oder gar unter Wert zu verkaufen", hatte Appel zuvor erklärt. Geld aus einem Verkauf der Postbank für Zukäufe benötigt er offenbar nicht: Der Fokus der Post liege auf organischem Wachstum und nicht auf Akquisitionen.
Sein Vorgänger Klaus Zumwinkel hatte im vergangenen Jahr angekündigt, der Konzern werde neu über die Zukunft der Postbank nachdenken - und damit Übernahmephantasien befeuert.
Die Deutsche Post unternimmt derweil einen neuen Anlauf, um ihr US-Expressgeschäft doch noch in die Spur zu bringen. Dazu beruft sie als ersten Schritt den Briten Ken Allen zum neuen Chef der Sparte. Er folgt auf Hans Hickler, der den Posten nur knapp zwei Jahre innehatte. Allen soll ein Sanierungsprogramm umsetzen, das der neue Post-Chef Frank Appel Ende Mai präsentieren will. Es besteht dringender Handlungsbedarf: Das Ergebnis der US-Express-Sparte sei "weiter negativ und nicht zufriedenstellend", beklagte Appel.
Die Post prüfe alle Optionen für ihr US-Expressgeschäft und sei dabei nun in der "finalen Phase", sagte Appel bei seinem ersten Auftritt als Post-Chef vor den Anteilseignern. Eine Möglichkeit schließt er aber aus: "Ein Rückzug aus den USA ist keine Option." Der Vorstand hatte in der Vergangenheit Optionen wie Partnerschaften oder einen Teilrückzug erörtert.
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Die Post versucht in den USA den Platzhirschen UPS und Fedex die Stirn zu bieten. Anlaufschwierigkeiten und Qualitätsprobleme hatten sie dabei aber immer wieder zurückgeworfen. Milliarden-Verluste waren die Folge. Allein 2007 musste die Post rund 600 Mill. Euro auf das US-Geschäft abschreiben. Nun wird das Geschäft zudem von der flauen Konjunktur belastet, mit deren Auswirkungen auch Fedex und UPS kämpfen.
Bei den Aktionären stieß die Entwicklung in den USA auf harsche Kritik. Die Gewinne der Post seien rückläufig, kritisierte Willi Bender von der SdK. Der Aufsichtsrat dürfe nicht entlastet werden, da er die US-Entwicklung toleriert habe. Ein DSW-Vertreter sagte, die Verluste in den USA könnten nicht mehr hingenommen werden.
Der über eine Steueraffäre gestolperte langjährige Konzernlenker Zumwinkel, der im Februar zurückgetreten war, wurde vor den Aktionären sowohl von Appel als auch von Aufsichtsratschef Jürgen Weber gewürdigt. Er bedauere die Umstände, die zum vorzeitigen Ausscheiden Zumwinkels geführt hätten, sagte Weber. Dieser habe in 18 Jahren einen Weltkonzern aufgebaut. Appel sagte, das Management könne auf ein "hervorragendes Fundament" aufbauen, das Zumwinkel gelegt habe.

