
DüsseldorfDer neue Metro-Chef Olaf Koch legt den Verkauf der Warenhauskette Kaufhof bis auf weiteres zu den Akten: „Die aktuelle Lage am Kapitalmarkt bietet keine geeigneten Rahmenbedingungen für eine so wichtige Transaktion“, erklärte Koch am Dienstag in Düsseldorf. „Aus heutiger Sicht können wir das Ertragspotenzial besser selbst heben als durch einen Verkauf“, betonte Koch. Metro hatte zuletzt mit dem österreichischen Immobilien-Investor René Benko und dem Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen über einen Verkauf der Warenhauskette mit ihren über 18.000 Mitarbeitern und 140 Filialen verhandelt. Damit bleibt die Konkurrenzsituation durch zwei Warenhausketten in Deutschland erhalten. Im wichtigen Weihnachtsgeschäft musste Kaufhof ebenso Federn lassen wie der gesamte Metro-Konzern.
René Benko gibt die Hoffnung auf eine Übernahme der Warenhauskette Kaufhof nicht auf. „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“, kommentierte Benko die Entscheidung des Kaufhof-Eigentümers Metro, die Verkaufsgespräche auf Eis zu legen. Nach Informationen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX hatte das österreichische Immobilienunternehmen Signa, dessen Chef Benko ist, 2,1 Milliarden Euro für die Warenhauskette geboten. Signa war von einem baldigen Abschluss des Deals ausgegangen.
Analysten und Investoren nahmen Kochs Entscheidung positiv auf. Metro könne offensichtlich warten, bis sich das Umfeld für einen Verkauf des Kaufhofs wieder verbessert habe und setze nicht auf einen kurzfristigen Verkaufserlös, sondern auf ein „gutes Ergebnis“, erklärten die Analysten der Landesbank LBBW. Die Marktteilnehmer interpretierten den Schritt so, dass Metro keine „Dumping-Preise“ für den Kaufhof akzeptieren wolle, sagte ein Händler. Metro-Aktien legten deutlich zu und notierten mit einem Plus von zwischenzeitlich über fünf Prozent.
In der Branche wurde der Unternehmenswert von Kaufhof 2011 auf zwei bis drei Milliarden Euro taxiert. Besonders werthaltig sind dabei die Immobilien in den deutschen Innenstädten. Kaufhof erzielte 2011 einen Umsatz von 3,4 Milliarden Euro nach 3,6 Milliarden Euro im Vorjahr.
Die Galeria Kaufhof GmbH ist neben Karstadt das älteste und traditionsreichste Warenhaus in Deutschland. Seit rund 25 Jahren befindet sich das Unternehmen mehrheitlich im Besitz des Handelsriesen Metro.
Den Grundstein des Unternehmens legte der Textilhändler Leonhard Tietz, der 1879 ein Geschäft in Stralsund für Knöpfe, Garne, Stoffe und Wollwaren gegründet hatte.
Rund ein Vierteljahrhundert später war er der erste Warenhausbetreiber, der sein Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umwandelte.
Der letzte große Zukauf datiert aus dem Jahr 1994, als Kaufhof den Konkurrenten Horten schluckte. Im Frühjahr 2008 setzte Vorstandschef Eckhard Cordes die Tochterfirma auf die Verkaufsliste.
Mit gut 3,5 Milliarden Euro Umsatz und 19.300 Mitarbeitern ist Galeria Kaufhof die kleinste von vier Metro-Vertriebslinien. Vor Steuern und Zinsen verdiente das Unternehmen zuletzt (2010) 138 Millionen Euro. Vertreten ist das Warenhaus an 139 Standorten.
Am 17. Januar 2012 hat die Metro-Gruppe hat die Verkaufsgespräche für die Warenhauskette Kaufhof gestoppt. Die Gespräche mit Interessenten für die Übernahme der Warenhaustochter Galeria Kaufhof würden bis auf Weiteres eingestellt. Als Grund gab das Unternehmen die "nicht optimale Situation an den Finanzmärkten" an.
Die Metro veröffentlicht nicht, was ihre Töchter unter dem Strich verdienen. Neben mehr als 100 Warenhäusern und 16 Sporthäusern in Deutschland betreibt Kaufhof 15 Filialen in Belgien unter der Marke „Inno“.
Die Aussetzung der Kaufhof-Verkaufsgespräche hat unter Metro-Anlegern am Dienstag nur kurzzeitig für Verstimmung gesorgt. Nach anfänglichen Verlusten drehten die Aktien des Handelsriesen ins Plus und notierten in der Spitze rund sechs Prozent höher bei 28,89 Euro. Sie waren damit größter Dax -Gewinner. Händlern zufolge werteten es die Investoren positiv, dass Metro mit dem Verkauf keine Not habe und somit nicht bereit sei, Dumping-Preise zu akzeptieren. Auch LBBW-Analystin Barbara Ambrus schrieb in einem Kommentar: „Im aktuellen Umfeld konnte offensichtlich kein guter Preis erzielt werden. (...) Wir sehen es aber positiv, dass Metro hier auf ein besseres Umfeld warten kann und nicht auf einen kurzfristigen Verkaufserlös, sondern auf ein gutes Ergebnis setzt.“
Der Handelsexperte Thomas Roeb ist vom Stopp des Kaufhof-Verkaufs durch Metro alles andere als überrascht. „Das ist kein Wunder: Kaufhof hat keine Wachstumsaussichten und ist nicht sonderlich profitabel“, sagte der Professor der der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg im Interview mit Handelsblatt Online. Nun stelle sich die Frage, ob Kaufhof und Karstadt auf Dauer allein überlebensfähig seien. „Ihre grundlegenden Probleme werden sich aber auch durch ein Zusammengehen nicht lösen lassen. Sie sind mit ihrem Geschäftsmodell nicht in der Lage, gegen ihre wahren Gegner wie etwa H&M zu bestehen.“
Eine gute Entscheidung von Koch. Er hat das Spiel der Signa Holding durchschaut. Die wollten an die Innenstadtimmobilien, in Wien ist ja erst kürzlich ein denkmalgeschütztes Gebäude just am Freitag abgebrannt. In Griechenland brennt der Wald, in Wien Gebäude.
Die von Ihnen genannten
Personen würde ich nicht
als Manager bezeichnen.
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