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Verkehrsunternehmen: Schwarzfahrer sollen künftig 60 Euro zahlen

Schwarzfahrer in Bussen und Bahnen sollen künftig tiefer in die Tasche greifen. Der Verband der Verkehrsunternehmen (VDV) fordert eine Erhöhung des Bußgelds von 40 auf 60 Euro.

Die Verkehrsunternehmen fordern eine Erhöhung der Bußgelder für Schwarzfahrer. Quelle: dpa
Die Verkehrsunternehmen fordern eine Erhöhung der Bußgelder für Schwarzfahrer. Quelle: dpa

BerlinSchwarzfahrer in Bussen und Bahnen sollen künftig kräftiger zahlen müssen. Statt bislang 40 müssten es 60 Euro sein, verlangte der Verband der Verkehrsunternehmen (VDV) am Mittwoch in Berlin. Für Wiederholungstäter sollten es sogar 120 Euro sein. „Da muss die Politik wach werden“, sagte VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff. Der VDV ist in Gesprächen mit Ländern und Bund, um eine notwendige Gesetzesänderung durchzusetzen.

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Der Verband schätzt, dass jährlich rund 3,5 Prozent aller Bus- und Bahnfahrer schwarzfahren. Dadurch entgingen den Unternehmen bis zu 250 Millionen Euro Einnahmen pro Jahr. Dazu kämen Ausgaben von 100 Millionen Euro für Kontrolleure. „Die Zeche dafür zahlen am Ende die ehrlichen Kunden durch höhere Fahrpreise“, sagte Wolff. Es gebe mittlerweile über soziale Netzwerke organisiertes Fahren ohne zu zahlen, indem man sich gegenseitig vor Kontrolleuren warne. Dies sei „bandenmäßiges Schwarzfahren“ und strafbar, sagte Wolff.

Die Schwarzfahrer nutzten dabei aus, dass es in Deutschland anders als in Nachbarländern ein offenes System gebe, wo etwa jeder die U-Bahn auch ohne Fahrkarte betreten könne. Es lohne sich bereits im Schnitt, 16-mal ohne zu zahlen zu fahren, selbst wenn man danach erwischt werde.

Dabei werden Busse und Bahnen bei den Kunden immer beliebter: 2011 waren fast zehn Milliarden Fahrgäste mit ihnen unterwegs, ein Plus von 0,7 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren seien die Zahlen damit um acht Prozent gestiegen. „Und wir gehen von weiterem Wachstum aus“, sagte VDV-Präsident Jürgen Fenske.

Vor allem in Großstädten seien die Öffentlichen gefragt. Grund seien ein größeres ökologisches Bewusstsein sowie steigende Benzinpreise. Zudem machten immer weniger junge Menschen einen Führerschein. Entsprechend seien auch die Erträge der Unternehmen gestiegen: Der subventionierte Nahverkehr trage so auch immer mehr Kosten selbst. Mittlerweile wurden 77 Prozent der Kosten aus den Fahrpreisen gedeckt.

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