E-Books polarisieren die Buchbranche

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Sony hat für das Gerät die Partnerschaft mit der zweitgrößten deutschen Buchladenkette Thalia und dem Großhändler Libri gesucht. Der E-Reader wird in allen 230 Thalia-Filialen erhältlich sein. Die Hagener Buchhandelskette schraubt die Erwartungen an das Gerät allerdings bereits herunter. "Das Buch gibt es als Hardcover, Taschenbuch, als Hörbuch und DVD. Das E-Book ist einfach nur eine Erweiterung", sagt ein Sprecher der Tochter des Handelskonzerns Douglas. Auch unabhängige Beobachter sind skeptisch. "Sony wird mit dem E-Reader nicht viel bewirken, denn noch ist alles zu kompliziert", sagt der langjährige Verlagsberater und frühere Ullstein-Chef Lothar Menne.

Die Preise der einzelnen E-Book werden höchst unterschiedlich sein. Denn jeder Verlag entscheidet autonom: "Die Preise orientieren sich am Hardcover-Preis und liegen rund zehn Prozent darunter. Sobald eine Taschenbuch-Ausgabe vorliegt, wird der Preis entsprechend angepasst", sagt ein Marktteilnehmer.

In der Branche wird davon ausgegangen, dass sich der E-Reader vor allem für Fachinformationen eignet. Belletristik wird hingegen weniger Marktchancen gegeben. Dennoch experimentiert nahezu jeder Verlag der Branche. Der auf Kinder- und Jugendbücher spezialisierte Ravensburger Verlag geht mit historischen Romanen und Fantasy-Abenteuern an den Start. Doch es ist nur ein Versuch. "Den Ausbau des Programms in den nächsten Jahren machen wir von der Marktakzeptanz abhängig", sagt Geschäftsführer Johannes Hauenstein. Den kleinen und mittleren Verlagen macht vor allem Mut, dass der Buchgroßhändler Libri bei der Markteinführung des Lesegeräts von Sony mit an Bord ist. Neben den Thalia-Filialen werden auch rund 200 unabhängige Buchhandlungen ab heute den E-Reader anbieten.

Große Verlage wie Rowohlt hatten angekündigt, in der ersten Jahreshälfte auch E-Books anzubieten. "Ein festes Datum gibt es noch nicht, wir sind technisch und organisatorisch gut vorangekommen, müssen aber noch zu vertraglichen Einigungen mit potenziellen Marktteilnehmern kommen", sagt Peter Kraus vom Cleff, Kaufmännischer Geschäftsführer von Rowohlt. Er glaubt allerdings nicht, dass sich mit dem Auftauchen der ersten Lesegeräte in Deutschland die Gewichte verschieben werden: "Es wird bei weitem noch kein Massengeschäft, schon gar nicht für die Belletristik."

Eine Akku-Ladung des neuen Readers reicht für circa zwölf Romane, heißt es bei Sony. Zwei Bücher sind schon aufgespielt: "Gut gegen Nordwind" von Daniel Glattauer und "Querschläger" von Silvia Roth. Andere Titel muss der Leser kaufen. Dafür gibt es ab morgen noch einen anderen Weg: Auf der Leipziger Buchmesse fällt der Startschuss für "Libreka". Der Börsenverein verkauft E-Books auf seiner Online-Plattform libreka.de. Knapp 100 000 digitale Titel können dann im Internet gekauft werden. Nach einer Forsa-Studie im Auftrag von Bitkom wollen sich immerhin 2,2 Mio. Deutsche in diesem Jahr ein digitales Buch kaufen.

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