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Versandhandel : Mit Quelle kehrt ein Stück Wirtschaftswunder zurück

Ab heute können Kunden wieder bei Quelle im Netz einkaufen. Der Hamburger Otto-Versand nimmt die Internetseite www.quelle.de in Betrieb. Otto lanciert damit ein spannendes Experiment.

So machte Quelle in den 80er-Jahren Werbung: Ab jetzt zählt das Internet. Quelle: Frank Darchinger/darchinger.com
So machte Quelle in den 80er-Jahren Werbung: Ab jetzt zählt das Internet. Quelle: Frank Darchinger/darchinger.com

Düsseldorf, HamburgEin Stück Wirtschaftswunder kehrt zurück. Heute um 13 Uhr nimmt der Traditionsversender Quelle nach fast zweijähriger Pause den Betrieb wieder auf. Die Marke erfreut sich großer Bekanntheit: Jeder zweite Deutsche hat schon einmal dort bestellt.

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Doch vieles ist nach der spektakulären Insolvenz des Versandpioniers, der am 9. Juni 2009 gemeinsam mit der Konzernmutter Arcandor in die Pleite rutschte, anders: "Einen Katalog gibt es nicht mehr", sagte Tim von Törne dem Handelsblatt. Der 40-jährige Hamburger ist Chef bei dem Versender, dessen Markenrechte sich der einstige Erzrivale Otto aus der Insolvenzmasse sicherte.

Auf "quelle.de", so der Name des Portals, finden Kunden zum Start 250000 Artikel aus den Bereichen Elektronik, Wohnen, Garten, Baumarkt, Sport und Hobby. Das Angebot soll schnell wachsen. Anfang 2012 will von Törne gut eine Million Produkte anbieten können. "Wir beleben die Marke Quelle wieder und interpretieren sie neu", sagt er.

Vorbild ist das Geschäftsmodell von Amazon. Quelles neuer Besitzer Otto positioniert das Portal als offenen Marktplatz, auch Fremdanbieter dürfen darauf. Für die Endkunden schafft dies Vertrauen: Egal, bei wem sie unter "quelle.de" einkaufen, für die Abwicklung steht Quelle gerade. Dafür kassiert von Törnes Truppe eine Provision pro verkauftem Produkt: Bei Elektronik sind es sieben Prozent, im Baumarktsortiment werden zwölf Prozent fällig - 15 Prozent bekommen die Hamburger beim Rest des Sortiments.

So werden zum Start kaum mehr als 50000 Artikel aus dem Otto-Konzern selbst stammen. Ein im Konzern lange umstrittener Schritt, wie Ottos Konzernchef Hans-Otto Schrader gegenüber dem Handelsblatt einräumte.

Das Hamburger Familienunternehmen, zu dem neben dem Versandhaus Otto, der Fachmarktkette Sportscheck und dem Paketdienst Hermes auch die Kataloganbieter Baur, Heine und Schwab gehören, wächst dank des Geschäfts im Internet dynamisch. Zuletzt stieg der Jahresumsatz im Netz um ein Viertel auf 4,8 Milliarden Euro - bei einem Gesamtumsatz von 11,4 Milliarden Euro. Die Norddeutschen sind hinter dem US-Anbieter Amazon der zweitgrößte Internethändler weltweit. Quelle soll nun eine Lücke im hart umkämpften Handel mit Flachbildschirmen, MP3-Playern und Notebooks auf der einen, Möbeln und Accessoires auf der anderen Seite schließen.

  • 10.08.2011, 16:07 UhrAnonymer Benutzer: darthkai

    Wow, bei Quelle konnte man in den 80ern bereits mit Euro zahlen oO

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