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Versandhandel: Weshalb die Quelle versiegt

Mit Krediten allein ist Quelle nicht geholfen. Der Versandhändler steckt in einer misslichen Lage - und die ist zum Teil auch hausgemacht. So hielt Quelle viel zu lange an einem überholten Geschäftsmodell aus der Zeit des Wirtschaftswunders fest. Dabei sind die Tage der Universalversender gezählt.

Ein Mitarbeiterin von Quelle packt beim Retouren-Betrieb in Fürth an. Quelle: ap
Ein Mitarbeiterin von Quelle packt beim Retouren-Betrieb in Fürth an. Quelle: ap

DÜSSELDORF. Quelle-Geschäftsführer Konrad Hilbers rührte gestern noch einmal kräftig die Werbetrommel. Die Zukunftsfähigkeit von Quelle stehe "außer Frage", sagte er im Zweiten Deutschen Fernsehen. Es sei daher richtig, die Arcandor-Tochter mit staatlicher Hilfe zu retten. Unternehmerische Versäumnisse jedenfalls seien an der Quelle-Pleite nicht schuld. Das Unternehmen habe nichts verschlafen.

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Zumindest die Politik erhörte Hilbers Worte: Am Montagabend um kurz nach 22 Uhr verkündeten die an den Verhandlungen beteiligten Bundesministerien und der bayerische Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU), dass Quelle einen Massekredit über 50 Mio. Euro erhalten werde. Es werde erwartet, dass die EU-Kommission dem Kredit am Dienstag zustimme. Der Kredit soll bis zum 31. Dezember 2009 laufen.

Somit können die 8 000 Beschäftigten des Fürther Unternehmens vorerst aufatmen. Mit dem Massekredit soll Quelle den Geschäftsbetrieb zunächst aufrechterhalten können. Damit erhalte Quelle die Chance, sich zu reorganisieren, sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg. Man solle aber nicht erwarten, dass das "ein Selbstgänger" wird, ergänzte er mahnend.

Aus gutem Grund. Denn eine Frage konnte auch Quelle-Chef Hilbers nicht beantworten: Wenn das Management doch alles richtig gemacht hat, wie kommt es dann, dass ausgerechnet der Marktführer des deutschen Versandhandels, in den der Mutterkonzern Arcandor in den vergangenen fünf Jahren rund eine Mrd. Euro für die Restrukturierung investiert hat, unmittelbar vor dem Aus steht? Die Gründe sind strukturbedingt - und hausgemacht.

Ein internes Gutachten der Wirtschaftsprüfungsfirma PwC, erstellt im Auftrag der Bundesregierung, schafft Klarheit: Dort ist die Rede von "struktureller Komplexität" und "Ineffizienz". Zu guter Letzt wussten die Versandmanager in ihrem aufgeblähten Apparat wohl nicht einmal, was sie wirklich auf Lager hatten. "Schwierigkeiten im Bestandsmanagement sowie hohe Verwaltungs- und Gemeinkosten", monierten die Wirtschaftsprüfer, "verschärften die angespannte finanzielle Situation."

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