An L’tur sind neben Firmengründer Karl-Heinz Kögel (44 Prozent) die Tui mit 46 Prozent und der Wettbewerber Thomas Cook mit zehn Prozent beteiligt. „Eine einzigartige Konstellation“, sagt Faller. Tui-Manager Böttcher bestätigt jedoch Branchen-Spekulationen, dass die Tui die Anteile des Mitgesellschafters Kögel übernehmen wolle, wenn der 63-Jährige sich in den Ruhestand zurückziehe. Aktuell sei aber nichts geplant. Tui betreibt zudem den Veranstalter Discount Travel, der aber ausschließlich Restkapazitäten der Veranstalter vermarktet.
Thomas Cook hat die in Meerbusch bei Düsseldorf ansässige Tochter Bucher Reisen unter dem Label „Bucher Last Minute“ aufs Kurzfristgeschäft getrimmt. Anlass war nicht nur das Buchungsverhalten, sondern auch die neue Strategie der großen Reiseveranstalter, die Flug- und Hotel-Kapazitäten für die klassische Pauschalreise in diesem Sommer deutlich zu kürzen.
Das Ziel: Mehr zu Katalogpreisen verkaufen, weniger am Schluss der Saison mit hohen Nachlässen verschleudern. „Deshalb haben wir angefangen, über Restplätze hinaus ein zusätzliches Angebot für kurz entschlossene Kunden aufzubauen“, sagt Bucher-Geschäftsführer Ioannis Afukatudis.
Vorwiegend über 10 000 Reisebüros vermarktet Bucher neben Katalog-Schnäppchen aus dem Cook-Konzern (Neckermann) Reisen, Überkapazitäten von Airlines, Hotels sowie Mietwagen- und Kreuzfahrtanbietern. Den Schiffsmarkt hält Afukatudis für besonders interessant: „Die Kapazitäten der Schiffe werden in den nächsten Jahren um 22 Prozent wachsen, die Zahl der Passagiere aber nur um durchschnittlich elf Prozent. Da ist reichlich Potenzial für Sonderangebote drin.“ Zahlen darf die Cook–Tochter nicht nennen.

