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14.12.2005 
Deutsche Post

Von der Bundespost zum Weltkonzern

Die Deutsche Post hat am heutigen Mittwoch die Übernahme des britischen Logistikers Exel abgeschlossen. Damit steigt der Bonner Konzern zur Nummer eins in der weltweiten Logistik auf. Das große Geld verdient das Unternehmen aber weiterhin in Deutschland.

Die Bundespost hat sich zum Weltkonzern gemausert. Das Logo ist das alte. Foto: dpaLupe

Die Bundespost hat sich zum Weltkonzern gemausert. Das Logo ist das alte. Foto: dpa

HB BONN. Rund 5,5 Mrd. Euro hat der Exel-Zukauf gekostet. Es war die bisher happigste Übernahme des früheren Staatsunternehmens auf dem Expansionskurs rund um den Erdball. Innerhalb von 15 Jahren hat Post-Vorstandschef Klaus Zumwinkel aus der einst defizitären Bundespost einen an der Börse notierten und respektablen Global Player mit dem offiziellen Namen Deutsche Post World Net gemacht. Nur wenige multinationale Unternehmen in der Welt haben mehr Mitarbeiter als der Bonner Konzern mit seiner Tochter und Dachmarke DHL. Für Siemens und Daimler-Chrysler arbeiten weniger Menschen. DHL-Beschäftigte sind für den „Gelben Riesen“ in Hongkong, Tokio, Bombay, Los Angeles, in der Südsee und selbst in Bagdad unterwegs. In Schanghai gründete DHL vor kurzem zur Aus- und Fortbildung von Mitarbeitern eine eigene „Universität“.

Das meiste Geld erwirtschaftet der Konzern aber nach wie vor im klassischen Briefgeschäft in Deutschland, wo das Briefmonopol vor Wettbewerbern schützt. Nicht zuletzt mit diesen Gewinnen finanzierte die Post die vielen Zukäufe von Neuseeland bis Kanada. Die wichtigsten Übernahmen waren in den vergangenen Jahren die Spedition Danzas, die Paketdienste DHL und Airborne und nun der Logistiker Exel.

Mit der Exel-Übernahme wird die Post erstmals in ihrer Geschichte mehr Mitarbeiter im Ausland beschäftigen als in der Heimat. Weltweit tragen nun rund 500 000 Menschen die Kluft mit dem Posthorn oder mit dem gelb-roten DHL-Logo. Mit Exel kommen auf einen Schlag 112 000 Mitarbeiter in 135 Ländern hinzu. Nach derzeitigem Stand sind rund 272 000 Mitarbeiter im Ausland beschäftigt und rund 220 000 in Deutschland. Auch die Zentrale der neu organisierten Logistiksparte wird nicht am Konzernsitz in Bonn, sondern am Exel-Sitz in Bracknell bei London angesiedelt.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Das Briefmonopol fällt bald.

Die Post erwirtschaftet bereits rund die Hälfte ihres Umsatzes im Ausland. Mit Exel wird sich dieser Anteil weiter sprunghaft erhöhen. Damit kommt Zumwinkel auch seinem Ziel näher, die bisher starke Abhängigkeit vom Briefgeschäft Schritt für Schritt zu verringern. Ende 2007 läuft das nationale Briefmonopol der Post aus, was für die Post zu Einbußen durch mehr Konkurrenz führen könnte.

Bei der Logistik setzt die Post auf einen globalen Wachstumsmarkt und eine weltweite Präsenz. „Als globaler Marktführer können wir überdurchschnittlich vom wachsenden Welthandel profitieren“, erläuterte Zumwinkel die Aussichten. Das Marktvolumen für höherwertige Logistiklösungen beläuft sich nach Branchenschätzungen auf etwa 157 Mrd. Euro pro Jahr.

Mit Exel, das in der so genannten Kontraktlogistik führend ist, und ihrer Marktführerschaft in der Luft- und Seefracht könne die Post ihren Kunden künftig Gesamtangebote für logistische Komplettlösungen machen, die in der Branche einzigartig seien, betonte Zumwinkel. Bei der Kontraktlogistik geht es um die Organisation und den Vertrieb von Waren- und Material mit Transporten und Lagerungen für Unternehmen. Firmen aus Industrie und Handel vergeben dieses immer öfter Management an einen externen Partner. Und der heißt seit diesem Mittwoch in den meisten Fällen Deutsche Post.

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