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30.10.2006 

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Aber Deutschland holte schnell auf, die Finanzinvestoren wurden vor allem für die Investmentbanken und die Kanzleien zu einer Goldgrube, denn die Deals und die Fonds wurden immer größer, angetrieben vom Renditehunger der institutionellen Geldgeber, den Pensionskassen, Versorgungswerken und Versicherungen. „Es war eher eine stetige Entwicklung als eine Abfolge von Meilensteinen“, sagt CVC-Chef Koltes. Am wichtigsten sei die Entflechtung der Deutschland AG gewesen. Ende der 90er-Jahre fingen deutsche Großkonzerne wie die Eon-Vorgänger, Hoechst, Daimler oder Siemens an, gute Firmen zu verkaufen. „Das war die Sternstunde für Private Equity in Deutschland“, meint Koltes.

Die „Opportunity Funds“ suchen nach Gelegenheiten – und finden sie. Sie kaufen durch alle Branchen, im Rahmen von Milliardendeals wandern beispielsweise der Pay-TV-Anbieter Premiere, der Raststättenbetreiber Tank & Rast oder Kabel Deutschland in die Portfolios der Finanzinvestoren.

Doch einer dieser Deals wird zum negativen Markenzeichen, zum Stigma für die ganze Branche: der des Badarmaturenherstellers Grohe. Das sauerländische Traditionsunternehmen landet erst bei BC Partners und wird dann mit hohen Verbindlichkeiten an die Texas Pacific Group weitergereicht. Die fackelt nicht lange und geht daran, rund 1  000 Stellen zu kappen.

Über den Betriebsrat findet der Fall schließlich im Frühjahr 2005 seinen Weg zum damaligen SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering, der Finanzinvestoren vorwirft, sie „fallen wie Heuschreckenschwärme über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter.“ Die Branche versucht zwar noch, mit einer methodisch etwas schwachbrüstigen Studie über Private Equity als Jobmotor gegenzulenken, aber die Bezeichnung „Heuschrecke“ hält sich bis heute.

Dem Boom im Markt tut dies jedoch keinen Abbruch. Der Gesamtwert der Transaktionen in Deutschland ist in den vergangenen fünf Jahren mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von zwölf Prozent gestiegen. Der Wert der 2006 bisher aufgelaufenen Deals liegt bei über 20 Mrd. Euro, geht aus vorläufigen Zahlen von Incisive Media hervor. Damit ist der Gesamtwert des Jahres 2005 von gut 15 Mrd. Euro bereits jetzt um 29 Prozent übertroffen.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Die ganz großen Schwergewichte der deutschen Industrie rücken fast zwangsläufig ins Visier der Finanzinvestoren.

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