Und derzeit ist nicht absehbar, dass die neue Macht an den Märkten ins Schwächeln gerät. „Erst wenn sich abzeichnet, dass die mit immer größeren Transaktionen erzielten Renditen nicht mehr die Erwartungen der Investorenerfüllen, würde dieser Prozess an Dynamik verlieren“, sagt Stefan Hepp von der SCM Strategic Capital Management AG, die institutionelle Investoren mit Analysen versorgt. Fonds mit 50 Mrd. Euro seien zwar wegen administrativer Hürden unwahrscheinlich, „aber Fonds mit 20 Mrd. Euro kann ich mir vorstellen“, ergänzt BVK-Chef Pütter. Heute liegt die Obergrenze der Mega-Fonds bei rund 15 Mrd. Euro. Zusammen mit den günstigen Kreditfinanzierungen der Banken kann ein solcher Fonds Transaktionen über insgesamt rund 45 Mrd. Euro abwickeln.
Mit diesen Größenordnungen rücken die ganz großen Schwergewichte der deutschen Industrie fast zwangsläufig ins Visier der Finanzinvestoren. „Vielleicht sehen wir im Jahr 2007 auch die Übernahme der ersten Dax-Gesellschaft durch einen Private-Equity-Fonds“, prognostiziert Hepp. Noch wahrscheinlicher ist aber das beherzte Zugreifen in den gelisteten Gesellschaften unterhalb des Leitindexes. „Einer ganzen Reihe von börsennotierten Unternehmen im MDax oder SDax ist das regulatorische Umfeld zu komplex geworden. Hier wird man noch viele Firmen sehen, die von Private-Equity-Häusern im Rahmen eines Delistings vom Kurszettel genommen werden“, schätzt Pütter, der gleichzeitig Chef von Allianz Capital Partners ist.
Allerdings drohen der Branche neue Hürden seitens der Politik. Die Bundesregierung bastelt an einem Private-Equity-Gesetz, von dem heute noch niemand weiß, ob es einen Freiraum oder ein Korsett schafft. Und die so genannten Recaps, bei denen den übernommenen Firmen hohe Schulden aufgelastet werden, könnte bei den ersten Sanierungsfällen die Heuschrecken-Diskussion neu beleben. „Es ist zu befürchten, dass manch ein Unternehmen, das 2006 mit hoher Verschuldung ausgestattet wurde, in Gefahr geraten wird“, meint DBAG-Chef von Hodenberg.
Deshalb ahnt Permira-Manager Krenz, dass „der verstärkte Dialog mit der Öffentlichkeit und der Politik“ im nächsten Jahr besonders wichtig wird. Aber bisher hat die Branche den vielen Lippenbekenntnissen – die auch über den europäischen Branchenverband gerne wiederholt werden – wenig Konkretes folgen lassen. Die fehlende Transparenz könnte sich 2007 rächen.

