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04.03.2008 
Deutsche Post

Von Z nach A

von Axel Granzow

Frank Appels Frühstart als neuer Vorstandschef der Deutschen Post verleiht dem Konzern, was er dringend benötigt: neuen Schwung. Was Appel alles zu erledigen hat - und warum er dennoch seinen Vorgänger Klaus Zumwinkel schon bald vermissen könnte.

Der neue Vorstandsvorsitzende der Deutsche Post AG: Frank Appel Foto: dpaLupe

Der neue Vorstandsvorsitzende der Deutsche Post AG: Frank Appel Foto: dpa

BONN. Frank Appel konnte Klaus Zumwinkel so gerade noch einmal auffangen. Sonst wäre der Post-Chef schon im Januar gestürzt, damals, auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Bei dem Versuch, über eine Stuhlreihe zu klettern, fiel Zumwinkel seinem Nachfolger regelrecht in die Arme. Hoppla.

Nur Wochen später, der Valentinstag war gerade angebrochen, konnte Appel seinem Chef nicht mehr helfen. Erst die Durchsuchung von Zumwinkels Villa in Köln-Marienburg, dann der Abtransport des Post-Chefs zur Vernehmung. Der Verdacht: Steuerhinterziehung.

Kurz darauf trat Klaus Zumwinkel als Post-Chef zurück - nach 18 Amtsjahren. Das traurige Ende einer großen Karriere, sagt Peter Bakker respektvoll, der Chef des großen niederländischen Post-Rivalen TNT.

Post-Aufsichtsratschef Jürgen Weber ließ lapidar wissen: "Zum neuen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Post hat der Aufsichtsrat einstimmig und mit sofortiger Wirkung Dr. Frank Appel bestellt."

Die Börse hat Appel schon lieb

König Klaus ist tot, es lebe König Frank. Der hat diese Woche seine ersten großen Auftritte. Heute tagt der Aufsichtsrat - und soll Appels neue Führungsmannschaft durchwinken. Am Donnerstag stellt Appel die Jahreszahlen vor. Sie werden verdeutlichen, dass Zumwinkel seinem Nachfolger einen Konzern hinterlassen hat, der am Scheideweg steht.

Die Postbank? Das US-Geschäft? Das Brief-Business? Strategische Entscheidungen müssen her, die so einschneidend sein könnten, dass sie mit Konzernerbauer Klaus Zumwinkel wohl kaum zu machen gewesen wären. Der wollte erst im Herbst an Kronprinz Appel übergeben. Es kam anders - die Post hat nun früher die Chance zu handeln. Und wenn das einer kann, dann Frank Appel - sagen die einen. Die anderen sind skeptisch: Zu nah dran an Zumwinkel sei er gewesen - "Weiter so" statt "Mir nach!"

Die Börse jedenfalls, die hat ihn schon lieb. Der neue Post-Chef war noch gar nicht ernannt, da hieß sie Appel mit steigenden Kursen der Aktie Gelb bereits willkommen.

Sein Vorgänger hatte sein Kapital verspielt: Zumwinkel galt der Börse als Bremser, als Zauderer, als schlechter Kommunikator. Es ist nicht lange her, da hatte er dem Druck nachgegeben und ausgerechnet seinen Finanzchef Edgar Ernst geopfert - nach Beschwerden von Investoren über die ungenügende Kommunikationspolitik des Konzerns.

Lesen Sie weiter auf Seite 2: Gut für die Post, dass es Frank Appel gibt

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