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Vormarsch der Discounter: Briten entdecken Aldi und Lidl

Noch sind Aldi und Lidl nur in den ärmeren Londoner Außenbezirken vertreten. Doch der Vormarsch der deutschen Discounter hat in den britischen Medien schon ein deutliches Echo ausgelöst. Warum die Billig-Spezialisten nach 20 Jahren auf den Durchbruch auf der Insel hoffen – und wie sie eine Charme-Offensive starten.

Nicht nur in Deutschland erfolgreich: Die Discounter Aldi und Lidl erfreuen sich in London immer größerer Beliebtheit. Foto: ap Quelle: ap
Nicht nur in Deutschland erfolgreich: Die Discounter Aldi und Lidl erfreuen sich in London immer größerer Beliebtheit. Foto: ap Quelle: ap

LONDON. Im Stadtzentrum oder in den Nobelvierteln Chelsea oder Kensington sucht man die deutschen Discounter bislang vergeblich. Sie haben ihre Läden in ärmeren Vierteln wie Tottenham oder Hackney. Doch das soll sich bald ändern: Die beiden führenden deutschen Discounter setzen zum großen Sprung auf den britischen Markt an. Im Visier haben sie vor allem die Hauptstadt.

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Jede Woche wollen die Deutschen neue Filialen eröffnen - und sich in die lukrativen Einkaufszonen des englischen Mittelstandes vorarbeiten. Nach 20 Jahren des Randdaseins gibt die Rezession in der britischen Wirtschaft den Billig-Ketten eine Chance auf den großen Durchbruch.

Der Vormarsch der Discounter - deutlich dokumentiert in den jüngsten Zahlen der Marktforscher - hat bereits in den britischen Medien ein lautes Echo gefunden. Der nationale Fernsehsender BBC und die großen Tageszeitungen schicken ihre Gastro-Kritiker zu Aldi, lassen Durchschnittsfamilien bei Lidl zur Probe einkaufen. Der Tenor der Storys lautet: Im Einkaufsverhalten der Briten steht eine Revolution bevor.

Aldi bemüht sich nach Kräften, dies mit einer Charme-Offensive zu befördern. Gerade hat das Unternehmen den BBC-Fernsehkoch Phil Vickery verpflichtet und zwölf Mill. Euro für eine Werbekampagne locker gemacht. Vickery soll den Briten zeigen, wie man auch aus der ungewohnt schmalen Produktauswahl einer Aldi-Filiale ein leckeres Mal zubereiten kann. Dass Aldi billig ist, haben die Briten schon verstanden, nun streicht der deutsche Discounter die Qualität seiner Produkte heraus.

"Die Wirtschaftskrise hat viele Kunden bewegt, zum ersten Mal bei einem Discounter einzukaufen", sagt Jason Gordon, Direktor bei der Beratungsfirma Ernst & Young. "Wenn es Aldi und Lidl gelingt, diese Kunden positiv zu überraschen, dann werden sie wiederkommen." Allerdings: Die britischen Lebensmittelkäufer seien konservativ und blieben einem einmal gewählten Supermarkt lange Zeit treu, sagt er. Doch das Beispiel von Textil-Discountern wie Primark könne Aldi und Lidl Mut machen: Billiganbieter wie Primark hätten es geschafft, dass die Kunden nichts mehr dabei fänden, einen Armani-Blazer mit einem Primark-Shirt zu kombinieren.

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