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12.08.2008 
Umschlagbilanz des Hamburger Hafen

Wenn China hüstelt, hat Hamburg die Grippe

von Axel Granzow

Der Rückgang des internationalen Containerverkehrs zur See hat in der Umschlagbilanz des Hamburger Hafens erste Spuren hinterlassen. Nach zweistelligen Zuwachsraten im Vorjahr muss sich der Hafen nun mit 3,8 Prozent Wachstum zufriedengeben. Vor allem die große Abhängigkeit vom Handel mit China schlug sich negativ zu Buche.

Erstmals offenbart sich in diesem Jahr die große Abhängigkeit des Hafens vom Handel mit China. Lupe

Erstmals offenbart sich in diesem Jahr die große Abhängigkeit des Hafens vom Handel mit China.

DÜSSELDORF. Das Wachstum fällt mit 3,8 Prozent auf fünf Millionen TEU (20-Fuß-Standardcontainer) deutlich niedriger aus als im Vorjahr. Damals erzielte der Hafen noch zweistellige Zuwachsraten.

Erstmals offenbart sich in diesem Jahr die große Abhängigkeit des Hafens vom Handel mit China. „Hüstelt China, bekommt Hamburg die Grippe“, sagen Branchenexperten angesichts der Abschwächung des Exportwachstums. Aus China stammt jeder Dritte in Hamburg umgeschlagene Container.

Hamburg schneidet damit im Containerumschlag schlechter ab als die Wettbewerbshäfen, insbesondere die niederländischen Umschlagplätze Rotterdam und Antwerpen. Die spüren zwar auch einen Rückgang, sind aber noch mit einem blauen Auge davon gekommen. Laut Hafen Hamburg Marketing (HHM) haben sie im Durchschnitt etwa sieben Prozent zugelegt, im Vorjahr waren die Zuwachsraten noch zweistellig.

Vergleichsweise besser hat sich auch der Containerumschlag des führenden der beiden großen Hafenbetreiber in der Hansestadt entwickelt, der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA). „Wir haben im ersten Halbjahr ein Plus von 7,3 Prozent auf 3,7 Millionen TEU verzeichnet“, sagte eine Sprecherin des Unternehmens. Allerdings belief sich das Plus im vergleichbaren Vorjahreszeitraum noch auf 13,6 Prozent.

An der starken Abschwächung in Hamburg ist vor allem einer Schuld: Die Nummer zwei der Umschlaggesellschaften, Eurogate. Denn das schwächelnde China-Geschäft hat Eurogate in Hamburg deutlich stärker getroffen als den Konkurrenten. „Wir haben im ersten Halbjahr ein Minus von 3,7 Prozent auf 1,4 Millionen TEU verzeichnet“, sagte ein Sprecherin.

Im Vorjahr wurden ebenfalls noch zweistellige Zuwachsraten gemeldet. Die Schiffe aus China seien nicht voll beladen gewesen, so die Sprecherin. Allerdings ist Eurogate auch noch in Bremerhaven tätig – zum Glück für das Unternehmen. Dort registrierte Eurogate ein Plus von 15,8 Prozent auf 2,7 Millionen TEU. Die Abhängigkeit vom Chinageschäft ist dort deutlich geringer.

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