
DÜSSELDORF. Die Konzentration unter Wirtschaftsprüfern hat in Deutschland dramatische Ausmaße angenommen. Die "Big Four" - Deloitte, Ernst&Young, KPMG und Pricewaterhouse Coopers - teilen sich mittlerweile 83 Prozent des Geschäfts mit den 160 großen Aktiengesellschaften und setzen hierzulande 4,4 Milliarden Euro um. Das ergab der Handelsblatt-Firmencheck, eine Analyse der 160 führenden deutschen Aktiengesellschaften in Zusammenarbeit mit dem Centrum für Bilanzierung und Prüfung und der Unternehmensberatung Oliver Wyman. Noch vor wenigen Jahren lag der Anteil der "Big Four" erst bei 67 Prozent.
Im Geschäft mit den Konzernen sind zweistellige Millionenhonorare die Regel. Der Energiekonzern Eon zahlte zuletzt 64 Millionen Euro an PwC, davon 30 Millionen Euro für die Abschlussprüfung. KPMG stellte der Deutschen Bank 56 Millionen in Rechnung. Siemens hatte wegen der Aufarbeitung des Bestechungsskandals vor drei Jahren die Rekordabrechnung über 87 Millionen Euro von KPMG auf dem Tisch. Inzwischen prüft Ernst & Young für 47 Millionen Euro in München.
Den Prüfern bringen die Dax-Mandate nicht nur Millionen, sondern auch Renommee. Sie gelten als Tor zu weiteren Berateraufträgen.
Diese Dominanz der großen Prüfer hat jetzt auch die Europäische Union auf den Plan gerufen. EU-Kommissar Michel Barnier hält KPMG, Pricewaterhouse Coopers (PwC) Ernst & Young (E&Y) und Deloitte für "systemrelevant". Die vier globalen Branchenführer prüfen alle Unternehmensbilanzen von Rang und Namen. Die EU-Kommission geht europaweit von 70 Prozent Marktanteil der großen vier aus. "Da brauchen wir keine Deregulierung. Wir brauchen mehr Regeln", so Barnier. Allein in Deutschland streichen die "Big Four" jährlich 4,4 Milliarden Euro Honorar ein - bei einem relevanten Marktvolumen von 5,9 Milliarden Euro.
1:0 für Dirk Hildebrandt?
PS: KPMG = Keiner Prüft Mehr Genau
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Sie scheinen ja wirkliche insider-informationen über die WP branche zu haben. ich konnte bloss gar nicht herauslesen, dass einer der Kommentatoren diesem von ihnen zu Recht deutlich richtiggestellten irrwitzigen Glauben erlegen wäre.
Experten sind immer diejenigen, die genau wissen wie alles funktioniert und wenn es dann anders kommt, dann haben sie gleich eine Erklärung dazu! Es passt also immer oder immer nicht.
9 Kommentare
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