Handel + Dienstleister

Der digitale Kaufrausch

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Tesco zeigt neue Möglichkeiten auf

Der britische Handelskonzern Tesco zeigt, was möglich ist. Er nutzt das mobiltelefonaffine Seoul als Testmarkt, hat die U-Bahn-Stationen mit Leuchtreklamen ausgestattet und präsentiert dort prall gefüllte Supermarktregale. Während die Fahrgäste auf den nächsten Zug warten, können sie den Code der Produkte, die sie haben wollen, mit dem Smartphone einscannen.

Die Tesco-Tochter Home plus liefert die Waren dann in kürzester Zeit an die Haustür. Innerhalb von drei Monaten stiegen die Online-Umsätze um 30 Prozent. Im Februar dieses Jahres baute Tesco den Versuch aus, seitdem kann in Südkorea auch an Bushaltestellen eingekauft werden.

Eine Vision der Zukunft hat auch Darrell Rigby entworfen, E-Commerce-Experte und Partner der Unternehmensberatung Bain & Company. Seine Heldin Amy will im Winter Sommerklamotten für ihren Urlaub in der Karibik kaufen. Vom Sofa aus kontaktiert sie zunächst per Videokonferenz oder Skype ihre persönliche Beraterin aus ihrem Stammgeschäft.

E-Commerce

Die hat sofort ein paar Ideen und zeigt der Kundin an deren digitalem Zwilling, wie die Sachen an ihr aussehen. Amy trifft eine erste Wahl und startet parallel zur Präsentation der Beraterin einen Preisvergleich im Netz. Einige der ausgewählten Klamotten bestellt sie online, weil sie dort günstiger sind. Ein Kleidungsstück kauft sie in ihrem Stammgeschäft.

Als sie es abholt, hat die Verkäuferin neben dem ausgewählten Kleidungsstück ein Cocktailkleid und passende Schuhe bereitgelegt. Amy scannt den Code der Schuhe mit ihrem Smartphone und findet einen Onlineshop, der sie günstiger anbietet. Die Verkäuferin geht beim Preis mit. Beim Cocktailkleid ist Amy unsicher. Sie zieht es an, macht mit dem Smartphone ein paar Videoaufnahmen, die sie ihren Freundinnen schickt. Doch die senken den Daumen, das Kleid bleibt im Laden. Am Ende bezahlt Amy per Smartphone und setzt dabei ihre im Internet beschafften Rabatt-Coupons ein.

All das ist heute schon möglich. Die Frage ist nur, ob wir uns eine solche Zukunft wünschen. Informationstechnologie kann ein Helfer im Alltag sein - sie kann aber Dinge auch ungeheuer kompliziert machen. Die stationären Einzelhändler beispielsweise müssen komplett umdenken. Nur wer seine Kunden künftig über mehrere Kanäle ansprechen kann, bleibt in deren Gunst oben.

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Nur wer bereit ist, auch mal den beinharten Preiswettbewerb im Netz mitzugehen, wird überleben. Nur wer Ideen hat, dem Druck durch die digitale Konkurrenz mit neuen Ansätzen und noch mehr Service entgegenzuwirken, hat eine Zukunft.

  • 12.08.2012, 07:14 Uhrrokober

    Kehrseite der Medaille: durch den zunehmende Kaufrausch im Internet veröden die sozialen Kontakte und das Jammern, daß viele Läden schließen in Innenstädten nimmt immer mehr zu! Waren, die ich kaufe, will ich ansehen, befühlen, sinnlich wahrnehmen und nicht nur auf die Aussage eines Bildes vertrauen! Das Gegenargment, daß man sichja die gewünschte Warezuerst beim Händler ansehen könne, um dann im Netz zu bestellen, das sticht nicht bei mir, denn dadurch nehme ich dem Händler um die Ecke den nötigen Verdienst weg.
    Apropos: der Händler, physisch vor mir stehend, ist immer (oder meist) zu Peisverhandungen bereit!

  • 11.08.2012, 20:40 Uhreasyway

    Als erstes lasst uns alle Anwälte töten!
    (Heinrich VI., 2. Teil, 4. Akt, 2. Szene, William Shakespeare)

    Asbachuraltes Problem, das nie überwunden worden ist.

  • 11.08.2012, 16:48 Uhrsenfra

    Anwälte kann man schon immer kaufen Loooooool:

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