Media-Saturn
Finanzchef scheint gefunden

Beim Streit zwischen den Eignern der Elektrokette zeichnet sich eine Entspannung ab: Einem Medienbericht zufolge hat Media-Saturn einen neuen Finanzchef gefunden. Metro habe einen externen Kandidaten vorgeschlagen.
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DüsseldorfBei Europas größter Elektronikhandelskette Media-Saturn scheinen sich die chronisch zerstrittenen Eigner Kreisen zufolge zumindest in einer Personalfrage anzunähern. Der Handelsriese Metro habe nach längerer Suche einen externen Kandidaten für den seit Monaten vakanten Posten des Finanzchefs bei Media-Saturn vorgeschlagen, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters.

Im Umfeld von Minderheitseigner Erich Kellerhals hieß es, der Milliardär halte den Kandidaten, der ihm vorgestellt worden sei, für "sehr geeignet". Die Suche sei aber noch nicht abgeschlossen. Ein Metro-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab, ein Sprecher von Kellerhals' Beteiligungsgesellschaft Convergenta sagte: "Herr Kellerhals führt Personaldebatten nicht in der Öffentlichkeit."

Metro und Kellerhals liegen seit langem im Clinch - sie ringen um das Sagen bei Media-Saturn. Der Düsseldorfer Konzern hält knapp über 75 Prozent an der Kette, Kellerhals über 21 Prozent, der Kellerhals-Vertraute Leopold Stiefel die übrigen Anteile. Firmengründer Kellerhals kann mit seinem Anteil wichtige Entscheidungen im Gesellschafterausschuss blockieren - denn diese müssen mit einer Mehrheit von 80 Prozent gefällt werden.

Der Metro waren diese Veto-Rechte ein Dorn im Auge. Der Konzern gründete deshalb einen Beirat bei der Ingolstädter Tochter, der mit einfacher Mehrheit zentrale Fragen der Unternehmensführung entscheidet. Das Oberlandesgericht München und ein Schiedsgericht hatten die Einrichtung des Beirats zuletzt bestätigt - dieser kann nach dem Spruch des Schiedsgerichts nun etwa über Investitionen und Übernahmen entscheiden.

Spitzenpersonalien der Media-Saturn-Holding sind davon aber nicht berührt, hier gelten weiterhin die Veto-Rechte - deshalb wäre nach dem langen juristischen Ringen eine Einigung zwischen der Metro und Kellerhals auf ein neues Vorstandsmitglied über die Personalie hinaus von Bedeutung.

Media-Saturn steht seit April ohne Finanzvorstand da - damals hatte Rolf Hagemann "auf eigenen Wunsch" die Dachgesellschaft von Media Markt und Saturn verlassen. Metro-Chef Olaf Koch hatte sich dann in der vergangenen Woche optimistisch gezeigt, dass ein neuer Finanzchef gefunden werden könne - es werde binnen Wochen eine Entscheidung geben.

Die Gesellschafter müssen sich aber auch bei einer weiteren wichtigen Personalie zusammenraufen. Der Vertrag von Media-Saturn-Chef Horst Norberg läuft Ende 2013 aus. Koch hatte Norberg als "Glücksfall" für Media-Saturn bezeichnet. Er gehe davon aus, dass auch alle anderen im Gesellschafterkreis diese Einschätzung teilten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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