100. Geburtstag
Kein Jahr der Rekorde für Sixt

100 Jahre nach der Gründung hat Sixt längst nicht genug. Der Autovermieter will schnell Konkurrenten wie Avis oder Hertz überholen. Einstige Rekorde wird das Unternehmen allerdings nicht brechen – nicht in diesem Jahr.
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MünchenDeutschlands größter Autovermieter Sixt will seine Rivalen nach einem guten Start in den USA auch außerhalb Europas verstärkt angreifen. Der Ausbau der internationalen Geschäfte sei für den Konzern die wichtigste strategische Aufgabe der kommenden Jahre, sagte Firmenchef Erich Sixt am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München. Bis 2015 will Sixt in Europa an Avis, Hertz oder Europcar vorbeifahren und auf dem Heimatkontinent Marktführer werden. 2012 - pünktlich zum 100. Firmenjubiläum - wird der Konzern allerdings kaum die Rekordzahlen des vergangenen Jahres übertreffen.

Neben den Folgen der Schuldenkrise in Europa drücken vor allem höhere Ausgaben auf die Bilanz des Unternehmens. „Wir haben im laufenden Jahr Steigerungen unserer operativen Kosten zu verkraften, die derzeit nicht durch höhere Vermietpreise aufgefangen werden können“, sagte Sixt. Geld nimmt Sixt unter anderem für den Ausbau des noch jungen Geschäfts in den USA in die Hand. Noch immer sei das Unternehmen zu abhängig vom deutschen Markt, der Anteil in Europa liege derzeit bei etwa zehn Prozent. Längst würden Firmenkunden aber europaweite Verträge abschließen wollen, andere inzwischen sogar weltweit.

Um mithalten zu können, müsse Sixt weltweit Stationen betreiben. Dennoch werde sich das Unternehmen vorsichtig bewegen. Er sei nicht so verrückt, große Übernahmen anzugehen. „Ich betrachte Sixt als mein Lebenswerk“, sagte der Firmenchef. Das riskiere man nicht einfach so. Auch in den USA agiere Sixt eher vorsichtig. Der Schritt auf den größten Vermietmarkt der Welt sei aber unbedingt nötig. „Die USA sind für uns ganz, ganz wichtig“. Alleine Florida sei als Vermietmarkt größer als die meisten europäischen Länder. Hier war Sixt 2011 gestartet.

Sixt verdiene im Gegensatz zur Konkurrenz durchgängig Geld und habe unter seiner Leitung noch nie Verluste gemacht, sagte der inzwischen 67-jährige Firmenpatriarch. Europcar etwa habe auf dem hartumkämpften Vermietmarkt 2011 etwa 130 Millionen Euro verloren. „Das ist natürlich für das Management nicht gut. Sie tun uns auch leid. Menschlich gesehen“, sagte Sixt. Für das Geschäft sei es von Vorteil, wenn die Rivalen geschwächt seien. Allerdings sei auch für Sixt die triste Lage vor allem in Südeuropa deutlich spürbar.

2012 werde schwierig, aber ein gutes Jahr. Angesichts des 100. Firmengeburtstages sei er froh, dass der Konzern gut aufgestellt sei. Allerdings halte er nicht viel von Firmenjubiläen, der Blick nach vorne sei wichtiger. Freuen kann sich Sixt über eine höhere Dividende. Für den Anteil der Familie Sixt an den Stammaktien von 56,8 Prozent kassiert Sixt für 2011 insgesamt gut 14 Millionen Euro.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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