14 000 Mitarbeiter wären betroffen
Verdi warnt Post vor Auslagerung von Zustelldiensten

Die Gewerkschaft Verdi hat die Deutsche Post vor einer Ausgliederung ihres Paketzustelldienstes gewarnt. Mit Klagen will die Gewerkschaft notfalls gegen die geplante Auslagerung des Post-Paketdienstes „Express“ vorgehen.

Reuters HANNOVER. „Die Zustellung muss Kerngeschäft der Post bleiben“, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Rolf Büttner am Dienstag in Hannover vor rund 2000 Zustellern. Die Pläne der Post, ihren Paketdienst „Express“ mit insgesamt 14 000 Beschäftigten an Fremdfirmen zu verlagern, bedürften zwar nicht der Zustimmung der Arbeitnehmerseite. Gewerkschaft und Betriebsräte würden dies aber nicht kampflos hinnehmen. Büttner drohte mit Klagen „bei jedem einzelnen Vorgang“.

Wenn die Post ihre Pläne umsetze, werde Verdi für die verbleibenden 90 000 Briefzusteller eine Arbeitszeitverkürzung „notfalls auch mit Streiks“ durchsetzen, um die verloren gegangenen Stellen zurückzuholen, sagte Büttner. Infolge der ganztägigen Betriebsversammlung wurden in der Region Hannover am Dienstag nach ersten Schätzungen rund zwei Millionen Postsendungen nicht ausgetragen.

Für die Post AG läuft zum Jahresende 2003 die Möglichkeit der Fremdvergabe aus. Zum 1. August will die Post AG laut Verdi die Zustellung von Bücher- und Warensendungen zunächst an die eigene Briefpost vergeben. Dies würde zunächst nur den Wechsel von 4 700 Paketzustellern innerhalb der Post bedeuten. Allerdings lehnt Verdi bereits diesen Schritt ab, weil dies aus Sicht der Gewerkschaft der Anfang vom Ende des Paketdienstes wäre.

Verdi fordert nach den Worten Büttners vom Post-Vorstand ein Gesamtpaket zur Beschäftigungssicherung für Brief- und Paketdienst. Der noch bis Ende 2004 geltende Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen müsse verlängert werden. Im Gegenzug bietet Verdi flexible Arbeitszeiten an, allerdings auf freiwilliger Basis der Beschäftigten.

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