1 100 neue Filialen
Rewe breitet sich aus

Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler Rewe hatte mit der Umstellung seiner Supermärkte auf die Konzernmarke so viel Erfolg, dass das Unternehmen nun zu neuen Großtaten ansetzt: Jeder Bundesbürger soll bald einen Rewe-Markt vor seiner Tür haben.

HB KÖLN/ECHING. Konzernchef Alain Caparros kündigte am Mittwoch in Eching an, der Handelsriese werde in den kommenden fünf Jahren europaweit bis zu 1 100 neue Filialen eröffnen. „Langfristig soll jeder Bundesbürger einen Rewe-Supermarkt zu Fuß erreichen können“, beschrieb der neue deutsche Supermarkt-Chef Jan Kunath die ehrgeizigen Pläne der Kölner. Auf dem Heimatmarkt will Rewe 460 neue Supermärkte eröffnen, 140 davon allein in diesem Jahr. Daneben soll in den nächsten fünf Jahren das Netz der zugehörigen Penny-Discount-Märkte um rund 400 zusätzliche Geschäfte erweitert werden. Bislang verfügt der Konzern über 12 000 Supermärkte und Discounter und ist damit die deutsche Nummer zwei nach Edeka.

Die Wachstumsoffensive lässt sich Rewe allein 2007 rund 1,2 Mrd. Euro kosten. Bestärkt fühlt sich der Vorstand in seiner Expansionsstrategie durch den Erfolg der im vergangenen Jahr vorgenommenen Umstellung sämtlicher deutscher Supermärkte des Konzerns auf die Marke Rewe. Zuvor firmierten die Filialen des Konzerns unter anderem unter den Namen „Otto Mess“, „Minimal“, „HL“ und „Stüssgen“. Seit der Umstellung der rund 3 000 Supermärkte auf die einheitliche Marke sei die Zahl der Kunden um 6 Prozent und der Umsatz um knapp 5 Prozent gestiegen, sagte Caparros.

Supermarkt-Chef geht

Doch trotz aller Erfolgsmeldungen kommt das Personalkarussell bei Rewe nicht zur Ruhe: Nur ein Jahr nach seinem Eintritt in den Konzernvorstand verließ der bislang für die deutschen Supermärkte zuständige Stephan Fanderl den Kölner Handelsriesen „im gegenseitigen Einvernehmen“. Nachdem wesentliche Meilensteine der strategischen Neuausrichtung von Rewe erreicht seien, wolle sich der 43-jährige Manager nun neuen unternehmerischen Herausforderungen stellen, hatte der Konzern am Dienstag mitgeteilt. Der Aufsichtsrat dankte Fanderl für die erfolgreiche Zusammenarbeit.

Der Manager hatte in den vergangenen vier Jahren zunächst die Supermärkte des Konzerns in Osteuropa zu einer der erfolgreichsten Geschäftseinheiten des Unternehmens gemacht. In den vergangen Jahren reorganisierte er dann das Geschäft in Deutschland unter der neuen einheitlichen Marke „Rewe“. Erst im vergangenen Jahr wurde er in den Vorstand berufen. Seine Nachfolge trat bereits am Mittwoch der 41jährige Jan Kunath an, der bisher im Vorstand der Rewe Group Austria für das Vollsortiment Osteuropa zuständig war.

In der Rewe-Führungsetage dreht sich seit Jahren das Personalkarussell mit geradezu atemberaubender Geschwindigkeit. Erst vor wenigen Monaten hatte Aufsichtsratschef Klaus Burghard seinen Posten zur Verfügung gestellt. In den vergangenen drei Jahren verschliss der Konzern außerdem fünf Topmanager. Zuletzt nahm im September vergangenen Jahres Rewe-Chef Achim Egner seinen Hut und machte für Alain Caparros Platz.

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