20 Prozent Umsatzwachstum geplant
Esprit sucht noch immer nach Luxusmarke

Der Modekonzern Esprit sucht weiter nach einer Luxusmarke. Bisher sei eine Übernahme am Preis gescheitert, sagte Konzernchef Heinz Krogner in einem Interview. Künftig soll Esprit vor allem im Ausland wachsen. Krogner peilt ein zweistelliges jährliches Umsatzwachstum an.

HB RATINGEN. „Wir sehen uns vor allem in Italien und Frankreich um. Dabei halten wir Ausschau nach einem Familienunternehmen, das ein Nachfolgeproblem hat“, sagte Krogner in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa in Ratingen. Eine Luxusmarke könne das Unternehmen qualitativ verstärken. „Es wäre ein positiver Anreiz für die Marke Esprit, durch den wir Zugriff auf die besten Designer bekämen.“ Die Übernahme möglicher Kandidaten sei bisher am Preis gescheitert. „Ich glaube aber, dass die Chancen nächstes Jahr besser sind“, meinte der 66-Jährige.

Für die Zukunft peilt er ein jährliches zweistelliges Umsatzwachstum an, das wie in den vergangenen Jahren nahe 20 Prozent liegen soll. Erreichen will er dies durch Expansion im Ausland. Im neuen Geschäftsjahr sollen rund 100 eigene Läden sowie 1500 Verkaufsflächen eröffnet werden, mit Schwerpunkten in Frankreich, England und den USA, sagte Krogner. Zurzeit sei die Marke in mehr als 40 Ländern mit insgesamt 13 000 Verkaufsflächen und 600 Einzelhandelsgeschäften vertreten. In den USA mache Esprit noch Verluste, räumte Krogner ein. „Wir stecken da jährlich 20 Mill. Euro rein, aber wir sind auch erst seit drei Jahren dort. Einem neuen Markt muss man fünf bis acht Jahre Zeit geben.“

Finanziell sehe er beim Wachstum von Esprit keine Grenzen, meinte Krogner, der vor zwölf Jahren als Sanierer kam und das damals marode Unternehmen wieder auf Kurs brachte. „Das Problem liegt eher darin, gute Fabrikanten zu finden und genug Volumen zu liefern.“ Esprit produziere etwa jeweils die Hälfte seiner Waren in Europa und Asien. Das Unternehmen hat weltweit rund 14 000 Mitarbeiter.

Im Geschäftsjahr 2006/07 (30. Juni) erzielte die an der Börse in Hongkong notierte Esprit Holdings Ltd einen Umsatz von 2,81 Mrd. Euro, der Nettogewinn erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 39 Prozent auf 488 Mill. Euro. Grund für den Erfolg sei unter anderem eine genaue Beobachtung der Kunden-Zielgruppe, sagte Krogner. „Die typische Esprit-Kundin ist etwa 28 Jahre alt, hat einen Job und ist stilsicher. Sie ist nicht übermodisch, aber sie will gut angezogen sein.“ Der Umsatz in Deutschland betrug zuletzt 1,32 Mrd. Euro. Der dortige Marktanteil von 3,5 Prozent solle mittelfristig auf fünf Prozent steigen.

Momentan betreibt Esprit die Ausgliederung seiner Zweitmarke edc, die ein eigenes Management und eigene Läden bekommt. „Dadurch können wir eine Zielgruppe spezifisch ansprechen. Das sehe ich als einen unserer nächsten Wachstumsschritte“, sagte der 66-Jährige. Er kündigte an, sich als Konzernchef Ende nächsten Jahres langsam zurückzuziehen.

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