2000 Stellen fallen weg
Hapag-Lloyd stutzt CP Ships zurecht

Hapag-Lloyd übernimmt nur 3 000 der 5 000 Mitarbeiter der britisch-kanadischen Reederei CP Ships. Mit der Streichung der restlichen Stellen will die Tui-Tochter den Zukauf genauso profitabel machen wie sich selbst. Denn bei den Container-Reedereien tobt ein gnadenloser Preiskampf.

HB HAMBURG. Etwa 2000 Arbeitsplätze, verstreut über 200 Standorte in der ganzen Welt, gehen verloren, teilte Hapag-Lloyd-Chef Michael Behrendt am Mittwoch in Hamburg mit. Allerdings würden alle 200 Jobs bei CP Ships in Deutschland gesichert und zusätzlich mehr als 100 Stellen bei Hapag-Lloyd in Hamburg geschaffen. Bis dato hatte Michael Frenzel, Chef des Mutterkonzerns Tui, nur von „einigen Hundert Arbeitsplätzen“ gesprochen, die wegfallen würden.

Tui hatte CP Ships Mitte 2005 für rund 2 Mrd. Euro übernommen, um die Abhängigkeit des Konzerns vom krisenanfälligen Tourismusgeschäft zu verringern. Nach der Integration von CP Ships wird Hapag-Lloyd rund 7 000 Mitarbeiter beschäftigen und mehr als 130 Schiffe mit einer Stellplatzkapazität von über 410 000 Standardcontainern dirigieren. Darin sind bereits bestellte Neubauten noch nicht eingerechnet. Hapag-Lloyd ist damit die fünftgrößte Containerreederei der Welt. „Wir erwarten nach wie vor ein deutliches Wachstum im Containerverkehr und halten die meisten Prognosen für zu negativ“, sagte Behrendt. „Unsere Schiffe sind voll ausgelastet und wir müssen bereits Ladung stehen lassen, weil die Schiffe überbucht sind.“ Allein im vergangenen Jahr sei der Welt-Containerverkehr um 8,6 Prozent auf 86 Mill. Standardcontainer gewachsen.

Die Nachricht ist Balsam für den Konzern. Denn der Boom in der Container-Logistik hatte einen Dämpfer bekommen. Weil von Asien bis Europa immer neue Schiffe ausgeliefert werden und Überkapazitäten den Markt belasten, waren die Frachtraten insbesondere auf Asienstrecken sowie in den Fahrtgebieten Europa-Fernost deutlich zurückgegangen. Die Talsohle sei nun durchschritten, sagte Behrendt. „Sie zeigen im Asien-Europa-Verkehr bereits wieder eine Tendenz nach oben.“

Wegen einmaliger Kosten von 100 Mill. Euro durch die Übernahme von CP Ships, die überwiegend im laufenden Jahr anfallen, wird der Gewinn von Hapag-Lloyd in diesem Jahr kaum steigen. Auch hohe Treibstoffkosten und die Delle bei den Frachtraten drücken auf das Ergebnis. Nach der Integration erwartet Behrendt jedoch jährliche Einsparungen bei CP Ships von 180 Mill. Euro. Bislang sind die Produktivität und die Umsatzrendite bei CP Ships nur ungefähr halb so hoch wie bei Hapag-Lloyd. „Wir integrieren die Schiffe und die Mitarbeiter in unsere hoch effiziente Organisation; wir bauen keine zweite Organisation neben Hapag-Lloyd“, sagte der Unternehmenschef. Daher sei er sehr zuversichtlich, die angepeilten Ziele im übernächsten Jahr zu erreichen.

Im vergangenen Jahr erreichte Hapag-Lloyd – noch ohne Einberechnung von CP Ships – ein Mengenwachstum von 10,8 Prozent auf 2,7 Mill. Standardcontainer und baute damit seine Marktanteile aus. Der Umsatz erhöhte sich um knapp 20 Prozent auf 3,22 Mrd. Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Güter (Ebta) blieb mit 281 Mill. Euro fast konstant. „Das ist ein herausragendes Ergebnis, wenn man berücksichtigt, dass wir mit signifikanten Kostensteigerungen konfrontiert waren“, sagte Behrendt. Allein für Treibstoff und gecharterte Schiffe seien zusätzliche Kosten von mehr als 100 Mill. Euro angefallen.

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