2003 ausgeglichenes operatives Ergebnis angestrebt
Lufthansa gibt sich kämpferisch

Die Lufthansa hat ihre Erwartungen für das Gesamtjahr 2003 leicht erhöht und will im operativen Geschäft ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen. Im dritten Quartal verringerte der Luftfahrt-Konzern den angesammelten Verlust.

HB FRANKFURT. „Wir sind ehrgeizig und versuchen, für das Gesamtjahr ein operativ ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen. Das ist unser Ziel“, sagte Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber am Mittwoch in Frankfurt. Um den Erlösverfall aufzufangen, will Europas drittgrößte Fluggesellschaft im Kontinentalverkehr - ähnlich wie die erfolgreichen Billigflieger - nun die Verweildauer von Passagiermaschinen in der Luft erhöhen. Die Krise des Touristik-Konzerns Thomas Cook, an dem Lufthansa und KarstadtQuelle je 50 % halten, belastet zwar auch dieses Jahr die Bilanz der Kranichlinie. Einen Wertberichtigungsbedarf in Milliardenhöhe bei der Oberurseler Gesellschaft oder gar Unregelmäßigkeiten in deren Zahlenwerk, wie jüngst in Medien spekuliert, wies Mayrhuber aber strikt zurück.

Bisher hatte der Konzern erklärt, er erwarte in diesem Jahr operativ keinen Gewinn mehr. Mit einem Betriebsergebnis von 200 (Vorjahr: 790) Mill. € im dritten Quartal blieb die Fluggesellschaft hinter den Erwartungen von Branchenexperten zurück, die mit 275 Mill. € gerechnet hatten. Nach neun Monaten reduzierte Lufthansa das Minus aber auf 154 Mill. €. Belastet von einem sehr schwachen ersten Quartal - auf Grund der Lungenkrankheit Sars in Asien und Kanada sowie wegen des Irak-Krieges - machte die Lufthansa bis Ende September unter dem Strich 409 Mill. € Verlust. Der Konzernumsatz verringerte sich im dritten Quartal auf 4,2 Mrd. € von knapp 4,5 Mrd. € im Vorjahr. Die Aktie gewann bis zum Nachmittag 0,8 % auf 13,65 €.

Mit einer Neuordnung des Kontinentalverkehrs will die Lufthansa ab nächstem Sommer die Nutzung der Flugzeug um zehn Prozent steigern und so dem Verfall der Durchschnittserlöse pro Sitz entgegenwirken. Die Erlöse in Europa würden sich unter anderem wegen des großen Billigflug-Angebots dauerhaft nur auf niedrigem Niveau halten, prognostizierte Mayrhuber. Seit Jahresbeginn gingen die Erlöse nach Konzernangaben um 7,3 % zurück. Der Abwärtstrend sei aber zumindest gestoppt, bereinigt um Währungseffekte wären die Erlöse im dritten Quartal sogar wieder gestiegen, sagte Finanzchef Karl-Ludwig Kley.

Die Lufthansa wolle ihre Flugzeuge in Europa künftig vermehrt quasi im Ping-Pong-Verkehr zwischen zwei Städten einsetzen, statt sie längere Strecken mit mehreren Zwischenlandungen fliegen zu lassen, kündigte Mayrhuber an. Dies ermögliche mehr Flüge pro Tag. Lufthansa will in den kommenden zwei Jahren ihre Kosten um 1,2 Mrd. € drücken.

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