2003 kleiner Gewinn angepeilt
Air Berlin baut Billigflugnetz um

Die Fluggesellschaft Air Berlin kehrt zudem Mönchengladbach den Rücken. Ab November soll stattdessen Düsseldorf angesteuert und das Flugangebot zu europäischen Städten erweitert werden. Trotz der Flaute im Tourismusgeschäft will der Billigflieger im Jahr 2003 zudem einen kleinen Gewinn einfliegen.

HB DÜSSELDORF. Geschäftsführer Joachim Hunold sagte am Freitag bei einer Pressekonferenz in Düsseldorf, Air Berlin wolle 2003 eine „schwarze Null“ schreiben. Er gehe zudem davon aus, dass die Fluglinie das Ziel erreichen werde, 2003 rund 8,2 Mill. Passagiere zu transportieren. Air Berlin gab zudem bekannt, dass die Airline mit dem Winterflugplan ab November den Flughafen Mönchengladbach verlassen und sich künftig in Nordrhein- Westfalen auch auf Düsseldorf konzentrieren werde. Eine weit reichende Kooperation mit dem Touristik-Riesen Tui plant Air Berlin Hunold zufolge derzeit nicht.

Hunold beklagte Einbrüche im Touristik-Geschäft durch den Irak-Krieg, der auch für Air Berlin „erhebliche Folgen“ durch das Ausbleiben von Buchungen bis in den März hinein gezeigt habe. Auch die Ferienordnung in Deutschland - mehrere große Bundesländer hatten in diesem Jahr fast zeitgleich Sommerferien - habe das Geschäft belastet. Damit hätten Airlines ihre Kapazitäten konzentrieren müssen und diese nicht mehr über die Sommermonate verteilen können. Den Problemen im Tourismus- Geschäft stünden aber für Air Berlin deutliche Zuwächse bei den Städteverbindungen gegenüber. Air Berlin fliegt für die meisten deutschen Reiseanbieter, verkauft aber zunehmend im Billigbereich auch direkt Flugscheine. Beide Bereich sollen im Winter je 50 % des Geschäfts ausmachen.

Air Berlin werde vom November an von Düsseldorf aus nach London-Stansted, Zürich, Wien und Mailand-Bergamo starten, kündigte Hunold weiter an. Mönchengladbach werde aus Kostengründen verlassen. Denn dort sei wegen der vergleichsweise kurzen Landebahn nur der Einsatz teurer Mini-Jets möglich. Der Wechsel nach Düsseldorf wurde durch die Freigabe von Landerechten möglich, die von anderen Airlines derzeit nicht genutzt wurden. Nach Angaben von Vertretern des Flughafens Düsseldorf berechnet der Flughafen erstmals Gebühren für ungenutzte Slots. Dies habe dazu geführt, dass zahlreiche der Start- und Landerechte abgegeben worden seien. Auch die Lufthansa habe auf zahlreiche ungenutzte Slots verzichtet.

Es gebe zwar eine punktuelle Zusammenarbeit mit der Tui, sagte Hunold am Rande der Pressekonferenz. „Weitere Dinge sind aber derzeit nicht in der Diskussion“, betonte er. Die Tui prüft gegenwärtig nach eigenen Angaben mögliche Allianzen im Flugbereich. In Branchenkreisen hatte es geheißen, möglicher Partner für eine weit reichende Zusammenarbeit sei Air Berlin.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%