2004 kommt es aber wohl zu keinem Verkauf mehr
Bahn will sich von Arcor und Scandlines trennen

Die Deutsche Bahn will nach Angaben der US-Investmentbank Morgan Stanley ihren Anteil am Telekommunikationskonzern Arcor und dem Fährunternehmen Scandlines verkaufen. Der für 2004 geplante Verkauf komme aber wohl nicht mehr zustande.

HB BERLIN. In dem Gutachten von Morgan Stanley zur Börsenfähigkeit der Bahn heißt es, dass es eine "zeitliche Verzögerung gebe bei den für 2004 geplanten Desinvestionen, insbesondere bei Arcor und Scandlines". Mit einem Mittelzufluss für die Bahn sei daher 2004 nicht mehr zu rechnen. Die Bahn hält die Hälfte der Anteile an Scandlines. Der andere Teil ist in Händen von Dänemark.

Scandlines transportiert jährlich rund vier Millionen Autos und 110 000 Eisenbahnwaggons. Das Unternehmen erwirtschaftete 2003 einen Umsatz von 450 Mill. Euro und ein Betriebsergebnis von 64 Mill. Euro. Gerüchte über einen geplanten Verkauf hatte es in Hinblick auf den Börsengang immer wieder gegeben. Allerdings fiele damit eine Gewinn-Bringer für die Bahn weg. Als problematisch, auch bei einem Verkauf, gelten die Eigentumsverhältnisse mit zwei fast gleich starken Partnern. Die Deutsche Bahn wollte das Gutachten zunächst nicht kommentieren.

An dem Festnetzunternehmen Arcor, das mehrheitlich im Besitz der britischen Vodafone ist, hält die Bahn gut 18 Prozent. In Medienberichten hatte es zuletzt geheißen, Vodafone wolle sich zunächst nicht von Arcor trennen, obwohl die Festnetzsparte nicht zu dem Mobilfunkunternehmen passe.

Arcor selbst hat aber nie Zweifel daran gelassen, dass Vodafone Arcor aus diesem Grund verkaufen oder an die Börse bringen will. Im Geschäftsjahr 2003/04 setzte Arcor als einer der größten Konkurrenten der marktbeherrschenden Deutschen Telekom 1,4 Mrd. Euro um, der Jahresfehlbetrag belief sich auf 211,3 Mill.Euro. In Medienberichten war wiederholt von einem Wert des Unternehmens von bis zu einer Milliarde Euro die Rede.

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