2004 weiter erholt - Leichter Konzernverlust
Mövenpick erreicht Etappenziel

Mövenpick hat sich 2004 weiter erholt. Der Schweizer Hotel- und Gastronomiekonzern hat wegen der Konsumflaute zwar einen Reinverlust von 2,1 Millionen Schweizer Franken verbucht. Im Vorjahr hatte die Gruppe allerdings nur dank dem Verkauf der Eiscreme-Sparte mit einem Gewinn von 144,4 Millionen Schweizer Franken abgeschlossen. Beim operativen Betriebsergebnis schrieb der Konzern mit 1,8 Millionen Schweizer Franken erstmals seit 2001 schwarze Zahlen.

HB ZÜRICH. Im vergangenen Dezember hatte Mövenpick noch gewarnt, dass dieses Ziel wegen der weiter schleppenden Konjunktur nicht erreicht werden könnte. Der Gesamtumsatz samt Management- und Franchise-Betrieben stieg um 3,4 % auf 1,1 Mrd. sfr.

„Wir haben den Wendpunkt geschafft, jetzt müssen wir weiter voran schreiten“, sagte Mövenpick-Chef Jörg Asshauer am Dienstag in einem Reuters-Interview. Im laufenden Jahr soll nun das Ergebnis gehalten oder verbessert werden. Dabei geht die Gruppe davon aus, dass sich die Konjunktur in Mitteleuropa „nur ganz allmählich verbessern wird“, erwartet jedoch ein weiterhin gutes Wachstum bei den Hotels im Mittleren Osten.

Weitere Restrukturierungen innerhalb der Gruppe seien nicht geplant. Als einzige Division schreibt die Bediente Gastronomie noch operativ Verluste. Hier dauere die Neugestaltung und die Schliessungen von Restaurants länger als geplant. Einen Verkauf schloss Asshauer jedoch aus. „Dieses Szenario wird nicht der Realität entsprechen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich ein Käufer für einen guten Preis findet.“ Mövenpick habe aber nicht die Absicht, auf Dauer einen defizitären Bereich mitzuschleppen.

Mit rund einem Drittel trägt die Verkehrsgastronomie, Marche International, den grössten Teil zum Mövenpick-Umsatz bei. Hier erreichte die Gruppe 2004 mit einem Plus von rund 15 % eine deutliche Steigerung bei den Flughafen-Betrieben; im Gegenzug ziehe sich Marche mehr und mehr aus den Innenstädten zurück. Zweitgrösste Sparte mit einem Umsatzanteil von rund einem Viertel sind Hotels und Resorts. Hier wuchsen vor allem die Management-Betriebe: der Umsatz kletterte um 26,5 % auf 300,2 Millionen, während die eigenen Miet- und Pachtbetriebe sich um 3,4 % auf 172,4 Mill. sfr verbesserten. Der Bereich soll um sechs weitere Hotels wachsen.

Die Inhaber-Aktie des von der Industriellenfamilie Finck kontrollierten Konzerns notierte nach einer Transaktion bis gegen 16.00 Uhr unverändert auf 337 sfr; der Gesamtmarkt war gut gehalten. Spätestens 2007 will Mövenpick einen Konzernumsatz von 800 Mill. bis 850 Mill. sfr erzielen, wobei es bei den Management- und Franchisebetrieben - dazu zählen vor allem die Hotels im Mittleren Osten - 500 Mill. bis 550 Mill. sfr sein sollen. Das Betriebsergebnis auf Stufe Ebitda soll dann zwischen 70 Mill. und 75 Mill. sfr liegen und der Betriebsgewinn Ebit bei 35 Mill. bis 40 Mill. sfr.

Vor einem Jahr hatte Asshauer zum Teil leicht darüber liegende Ziele schon für das Jahr 2006 in Aussicht gestellt. Strategische Optionen schloss Asshauer wie gewohnt nicht aus. „Wir sind offen für alles, was der Markt darstellt. Im Moment sind wir jedoch auf das Kerngeschäft und den Turnaround fokussiert.“ Die Gruppe hatte Anfang 2004 den Immobilienteil abgespalten.

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