„2005 wird schwarz“
LTU wird Ergebnisziel 2004 verfehlen

Das für 2004 angepeilte Ergebnis wird Deutschlands drittgrößte Ferienfluggesellschaft LTU wegen der gestiegenen Treibstoffpreise verfehlen. Das sagte Geschäftsführers Jürgen Marbach Marbach am Freitag in Düsseldorf. 2005 will das Unternehmen in den Markt der transatlantischen Billigflüge einsteigen.

HB DÜSSELDORF. Damit reagierte die LTU auf ihren Konkurrenten Condor, der ebenfalls Langstreckenflüge für 99 Euro in die USA anbietet.

„Wir werden durch den Fuel-Preis das erhoffte Ergebnis nicht erreichen“, sagte Geschäftsführer Jürgen Marbach am Freitag in Düsseldorf vor Journalisten. Mit Auslastung und Kosten sei er zwar zufrieden. Doch der gestiegene Treibstoffpreis „verhagelt letztendlich der gesamten Branche massiv das Geschäft.“ Das Ergebnis werde aber deutlich besser als 2003 ausfallen. „2005 wird schwarz“, betonte Marbach. Höhere Preise sollen dann die gestiegenen Flugkosten wieder aufgefangen.

Anfang Januar hatte Marbach in einem Zeitungsinterview gesagt, der Sanierungsplan für 2004 sehe nach Restrukturierungskosten eine kräftige schwarze Null vor, die einem Jahresüberschuss in einstelliger Millionenhöhe gleichkäme. Die LTU war im Herbst 2001 wegen der Insolvenz der Swiss Air in eine bedrohliche Schieflage geraten. Ein Bankkredit und eine Landesbürgschaft hatten die Fluglinie aber vor dem Aus gerettet.

Ab Mai 2005 werde die LTU täglich außer mittwochs nonstop von Düsseldorf nach New York fliegen, kündigte Marbach an. Für die Strecke könnten Kunden ab August diesen Jahres 999 Oneway- Flüge für 99 Euro zuzüglich Steuern und Gebühren erwerben. Damit reagiere die LTU auf Wettbewerber wie die Fluggesellschaft Condor des Reisekonzerns Thomas Cook, sagte Marbach. Die LTU wolle eine „Duftmarke“ setzen. „Wenn nun einmal einer von 99 Euro gesprochen hat, dann wollen wir zeigen: Freunde, das können wir auch.“

Marbach räumte jedoch ein, dass der Tarif nicht kostendeckend sei. Dennoch gehe LTU davon aus, gleich im ersten Jahr auf der Strecke fast zwei Millionen Euro Gewinn zu machen. „Dazu ist es aber definitiv notwendig die Preise entsprechend im Durchschnitt über 220 Euro zu halten.“ Sollte es der Wettbewerb jedoch erfordern, dann werde die LTU das Kontingent der 99-Euro-Tickets auch erhöhen. Es gehe darum, im Preiskampf um die Fernstrecke nicht wie bereits in der Mittelstrecke vor der Konkurrenz zu kapitulieren.

Allerdings bedeute dies nicht, dass die LTU nun zur Billig- Fluggesellschaft werde, sagte Marbach. „Wir wollen nicht der 16. oder 17. Billigheimer werden in Deutschland.“ Nach wie vor ziele die LTU auf das Premiumsegment. „Es ist ein offenes Geheimnis: Auf der Langstrecke wird der billige Economy-Tarif durch den teureren Business-Class oder First-Class Tarif einfach subventioniert.“

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