2006 erneut Verluste erwartet
Alitalia an der Börse im Sturzflug

Die angeschlagene Fluggesellschaft Alitalia hat sich von ihrem Gewinnziel für 2006 verabschiedet. Die Anleger reagierten darauf am Mittwoch herb enttäuscht und schickten die Aktien des Unternehmens zeitweise um bis zu zehn Prozent in den Keller.

HB ROM. Im Gesamtjahr werde sich unter dem Strich wohl doch wieder ein Verlust ergeben, kündigte Alitalia an. Bereits im ersten Halbjahr rutschte die Fluggesellschaft tiefer in die roten Zahlen und wies einen Nettoverlust von gut 221 Mill. Euro aus nach knapp 125 Mill. im Vorjahr. Alitalia will nun den bis 2008 laufenden dreijährigen Sanierungsplan anpassen. Die bisherigen Schritte wie massive Stellenkürzungen oder die Ausgliederung des Bodenpersonals haben den gewünschten Erfolg nicht gebracht. Alitalia-Aktien wurden am Mittwoch wegen großer Verluste zeitweise vom Handel ausgesetzt. Bis zum frühen Nachmittag verloren sie fast zehn Prozent auf 81 Cent.

Für das zweite Halbjahr zeigten sich die Italiener zwar durchaus zuversichtlich. Zugleich teilten sie am Dienstagabend aber mit, im Gesamtjahr beim Nettoergebnis in etwa auf Vorjahresniveau zu liegen: 2005 wies Alitalia einen Verlust von mehr als 167 Mill. Euro aus. Bei der Prognose verwies Alitalia auf die enttäuschende erste Jahreshälfte. Auch der operative Verlust legte in diesem Zeitraum zu und zwar auf 131,8 Mill. Euro von 83,8 Mill. im ersten Halbjahr 2005.

Alitalia hatte bereits im Mai davor gewarnt, womöglich im Gesamtjahr nicht wie geplant in die Gewinnzone zu gelangen. Grund war ein schlechter als erwartetes Auftaktquartal angesichts kostspieliger Streiks im Zusammenhang mit der laufenden Restrukturierung. Eine Reaktion der Gewerkschaften auf die nun vorgelegten Geschäftszahlen gab es zunächst nicht. Diese hatten in der Vergangenheit bereits unverhohlen den Rücktritt des Architekten der Restrukturierung, Giancarlo Cimoli, gefordert. Er ist Chef des Alitalia-Direktoriums. Die Gewerkschaften wollen nach früheren Angaben neue Gespräche mit der italienischen Regierung, die nach einer jüngsten Kapitalerhöhung nur noch knapp die Hälfte an Alitalia hält.

Bislang hat Alitalia zudem keinen Partner gefunden, mit dessen Hilfe es seine Zukunft langfristig sichern kann. Voraussetzung für eine engere Anbindung an Air France KLM, die kleinere Überkreuzbeteiligungen an Alitalia hält, sind nach Ansicht der Franzosen verbesserte Geschäftsaussichten für die italienische Gesellschaft.

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