2006 war Rekordjahr
Geschäft der Bahn-Logistiksparte brummt

Vor allem wegen der starken Konjunktur war 2006 für die Deutsche Bahn ein Rekordjahr im Güterverkehr. Das Unternehmen habe mehr Waren denn je transportiert, sagte Bahn-Logistik Vorstand Norbert Bensel am Montagabend in Berlin.

HB BERLIN. Der Umsatz der Sparte sei um 15 Prozent auf knapp 18 Mrd. Euro gestiegen, hieß es. Die Spedition Schenker (Lkw, Schiff, Flugzeug) verbuchte einen Umsatz von 13,24 Mrd. Euro, der Schienengüterverkehr (Railion) 4,74 Milliarden. Der Güterverkehr der Bahn macht gut die Hälfte der Umsätze des Konzerns aus.

„Auf der Schiene haben wir so viel transportiert wie noch nie“, sagte Bensel. Zusammen mit Privatbahnen habe sich der Marktanteil der Schiene bei den Gütertransporten auf 17,5 Prozent von 16,8 Prozent im Jahr 2005 erhöht. Erklärtes Ziel der Bundesregierung ist es, mehr Güter über die Schiene statt auf der Straße transportieren zu lassen. Der Bahn hat im Berichtsjahr unter anderem der heiße Sommer mit niedrigen Wasserstände der Flüsse geholfen, da die Binnenschifffahrt als Konkurrenz zeitweise ausfiel.

Die Bahn profitiert zudem von den boomenden Häfen des Exportweltmeisters Deutschland. Hier will die Bahn selbst einsteigen und bewirbt sich etwa um die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), die zum Verkauf steht. Dafür würde das Unternehmen auch die Logistik-Zentrale von Berlin in die Hansestadt verlegen: „Wenn das mit der HHLA klappen sollte, ist Hamburg der Standort“, betonte Bensel.

Zum Gewinn äußerte sich die Bahn nicht und verwies auf die Bilanzpressekonferenz Ende März. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen hat die Logistiksparte 2006 weit über 400 Mill. Euro verdient. Schenker werde einen Betriebsgewinn nach Zinsen von rund 300 Mill. Euro ausweisen, hatte Reuters von mit den Zahlen Vertrauten erfahren. Die Güterbahn Railion werde etwas unter 150 Mill. Euro ausweisen, hieß es an anderer Stelle im Konzern. Railion hatte 2005 ein knapp positives Ergebnis ausgewiesen. 2006 war ursprünglich mit einem Verlust gerechnet worden, so dass die Planungen den Kreisen zufolge nun um gut 200 Mill. Euro übertroffen werden.

Bei den Investitionen hatte sich Railion 2006 allerdings zurückgehalten, was Bensel auch auf Lieferprobleme etwa für neue Waggons zurückführte. Den Kreisen zufolge rief das Unternehmen vom Railion-Investitionsbudget von 180 Mill. Euro nur ein Drittel ab. Künftig will die Bahn aber verstärkt Lokomotiven und Waggons kaufen. In den nächsten fünf Jahren seien dafür über 1,5 Mrd. Euro vorgesehen, davon allein eine halbe Milliarde Euro im Jahr 2011, hieß es im Unternehmen.

Railion soll den Angaben zufolge nach der Mittelfristplanung bis zum Jahr 2009 seinen Gewinn auf 250 Mill. Euro steigern, wo er 2010 und 2011 in etwa verharren soll. Für 2007 sei ein Plus von rund 120 Mill. Euro eingeplant gewesen, das damit 2006 schon übertroffen worden sei.

Die Spedition Schenker solle in diesem Jahr den Betriebsgewinn auf 340 Mill. Euro steigern, hieß es in den Kreisen weiter. Die Übernahme des profitablen US-Logistiker Bax werde sich dann voraussichtlich stärker bemerkbar machen. 2006 seien noch hohe Kosten für die Integration des Ende 2005 gekauften Unternehmens angefallen.

Bensel betonte, die Logistik werde ihren Expansionskurs fortsetzen. Dabei habe man vor allem Osteuropa, die Golfregion und China im Blick. Ziel sei es, in allen wichtigen Bereichen der Logistik die Plätze ein bis drei zu erreichen.

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