2007
Post wird vorsichtig

Die Deutsche Post erwartet im laufenden Jahr einen Rückgang des Betriebsergebnisses. Das liegt aber keineswegs an schlechter laufenden Geschäften, sondern an glücklichen Fügungen des Jahres 2006. Die Anleger reagierten verschnupft.

HB BONN. Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit), der wichtigsten Kennzahl für das operative Geschäft, will die Post 2007 mindestens 3,6 Mrd. Euro verdienen, teilte das im Dax notierte Unternehmen am Dienstag in Bonn mit. Im vergangenen Jahr hatte die Post das selbst gesteckte Ziel von 3,9 Mrd. Euro erreicht. Darin waren allerdings Sonderposten enthalten, an erster Stelle 276 Mill. Euro aus dem Verkauf von Postbank-Aktien. Die Post hatte den Anteil an der Tochter auf knapp über 50 Prozent verringert.

Auf vergleichbarer Basis soll das Ebit um 3 Prozent steigen. Das reicht den Anlegern aber offenbar nicht. Die Titel der Deutschen Post rutschten zum Börsenauftakt um 3,62 Prozent auf 22,38 Euro ab. Händler bezeichneten den Ausblick als vage und vorsichtig, so dass er schwer einzustufen sei.

Der Umsatz soll im laufenden Jahr leicht steigern. Im vergangenen Jahr waren die Erlöse auch dank der Übernahmen des britischen Logistikers Exel und des Baufinanzierers BHW um rund 36 Prozent auf 60,5 Mrd. Euro gestiegen. Weil der Konzern den Anteil an der Postbank zurückgefahren hat, ging der Überschuss nach bereits vorgelegten Zahlen aber um 14 Prozent auf 1,9 Mrd. Euro zurück. Gleichwohl sollen die Aktionäre für das vergangene Geschäftsjahr eine um 5 Cent auf 75 Cent je Aktie erhöhte Dividende erhalten.

Briefmonopol fällt

Im traditionelle Kerngeschäft Brief will die Post im voraussichtlich letzten Jahr des Briefmonopols in Deutschland das Ebit konstant bei rund 2 Mrd. Euro halten. Dabei will die Post Einbußen im Heimatmarkt durch das expandierende Auslandsgeschäft ausgleichen. In der EU sollen die Briefmonopole der Mitgliedstaaten nach Plänen der EU-Kommission bis 2009 fallen. Gegen die Pläne machen unter anderem aber Frankreich und Italien Front. Die Deutsche Post befürchtet, mit anderen europäischen Postgesellschaften in Wettbewerb treten zu müssen, die ihr in Deutschland Konkurrenz machten, während sie in ihren Heimatmärkten noch ein Monopol im Rücken hätten.

Im Bereich Logistik, der im vergangenen Jahr dank der Übernahme von Exel stark gewachsen war, soll das Ebit 2007 um 15 Prozent steigen. 2006 hatte die Post mit dieser Sparte 762 Mill. Euro verdient. Den Vorjahresumsatz von 22,74 Mrd. Euro will die Post um einen hohen einstelligen Prozentsatz übertreffen.

In der Expresssparte, die das defizitäre amerikanische Geschäft beinhaltet, peilt die Post ein Ebit von 400 Mill. Euro an nach 325 Mill. im Jahr 2006. Und das, obwohl viel Geld in den Aufbau des neuen Luftdrehkreuzes Leipzig gesteckt wird, von dem aus die Tochter DHL künftig ganz Europa bedienen will.

Bis 2009 will die Post unverändert ein Ebit von mindestens 5 Mrd. Euro erreichen.

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