21,2 Milliarden Euro Umsatz im letzten Geschäftsjahr
Trotz Rekordumsatz spürt auch Ikea die Konjunkturflaute

Die Schwedische Möbelhaus-Kette hat das beste Ergebnis seiner 65-jährigen Unternehmensgeschichte hingelegt, doch das Wachstum hat sich gegenüber dem Vorjahr halbiert. Nun will Ikea die Eröffnung neuer Filialen drosseln.

STOCKHOLM. Der schwedische Möbelhaus-Konzern Ikea hat im Geschäftsjahr 2007/2008 das beste Ergebnis der 65jährigen Unternehmensgeschichte hingelegt: Das Unternehmen setzte 21,2 Mrd. Euro um, sieben Prozent mehr als noch im Vorjahr. Gewinnzahlen veröffentlicht Ikea nicht.

In einem Interview mit der schwedischen Wirtschaftszeitung "Dagens Industri" räumte Ikea-Chef Anders Dahlviq allerdings ein, dass auch sein Unternehmen die schwierige Konjunkturlage spürt. Das Wachstum habe sich deutlich verlangsamt, gegenüber dem Vorjahr sogar halbiert. "Der Rückgang ist teilweise die Folge von Währungseffekten", sagte Dahlvig der Zeitung. "Aber natürlich sind auch wir nicht immun gegen so starke Veränderungen der konjunkturellen Lage".

Er gab zu, dass Ikea die Situation unterschätzt habe. Man sei besonders anfällig, weil die globale Krise eine Immobilienkrise sei, die jeden Möbelkonzern treffe. Außerdem sei die Konjunktur auf den wichtigsten Märkten Deutschland, den USA und Großbritannien besonders schwach. Deshalb hat Dahlvig das Wachstumsziel von bislang rund 15 Prozent nun auf sieben bis zehn Prozent nach unten korrigiert.

Durch satte Gewinne in den vergangenen Jahren hat das nicht börsennotierte Unternehmen prall gefüllte Kassen. Ein Teil der Mittel soll dieses Jahr in die Eröffnung von 20 neuen Möbelhäusern fließen. Nach Jahren des schnellen Wachstums werde man, so der Ikea-Chef, von 2010 an nicht mehr wie bislang üblich 20 bis 25 neue Möbelhäuser pro Jahr eröffnen, sondern nur noch zehn bis 15.

Der Rekordumsatz in diesem Geschäftsjahr wird einen der weltweit reichsten Menschen, den Ikea-Gründer Ingvar Kamprad, noch reicher machen: Die Möbelhaus-Kette muss sechs Prozent des Umsatzes an Inter Ikea zahlen, dem Machtzentrum, das über holländische Stiftungen von Kamprad kontrolliert wird.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent
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