300 Test-Filialen
Zumwinkel erfindet die neue Landpost

Wer auf dem Land wohnt, den verwöhnt die Deutsche Post AG heute bekanntlich nicht gerade: Das Filialnetz ist ausgedünnt, vielerorts betreibt der Kaufmann nebenbei eine "Postagentur". Nun will Vorstandschef Klaus Zumwinkel manche räumliche Lücke schließen - und dabei eine Angebotslücke aufreißen: 300 neue Filialen auf dem Land sollen nur noch die Basis-Dienstleitungen offerieren.

HB BONN. "Einschreibsendungen mit Rückschein nach Abu Dhabi müssen künftig nicht mehr von jedem Dorf aus möglich sein", sagte ein Post-Planungsexperte der Süddeutschen Zeitung. Im ländlichen Raum sei das komplette Angebot der Post und ihrer Tochter Postbank auf Dauer nicht zu finanzieren, kostenintensive Zusatzleistungen im Brief-, Paket- und Postbank-Geschäft werde die neue Landpost nicht mehr bieten.

Der Süddeutschen Zeitung zufolge bereitet sich die Post mit den 300 zusätzlichen Filialen, die bereits in diesem Jahr eingerichtet werden sollten, auf das Auslaufen des Briefmonopols im Jahr 2007 vor. Vorstandschef Klaus Zumwinkel wolle testen, wie sein Unternehmen auch ohne eine gesetzliche Vorschrift eine Grundversorgung vom Briefmarkenverkauf bis hin zur Annahme von Päckchen und Paketen erbringen könne. "Alles Postalische" erwarte der Bürger schon aus historischen Gründen von der Post AG. Einen Universaldienst ziehe die Post aber nur noch für private Kunden in Betracht, Unternehmen seien nicht mehr auf den Marktführer angewiesen.

Über eine großflächige Umstrukturierung ihres Netzes will die Post aber erst nach Abschluss des Betriebsversuchs im Frühjahr 2006 entscheiden. Schon vor gut einem Jahr hatte sich der Konzern gegenüber der Politik freiwillig dazu verpflichtet, eine über das gesetzlich vorgegebene Mindestmaß von 12000 Standorten hinaus gehende Filialdichte zu erhalten. In diesem Zusammenhang war seinerzeit von zusätzlich 1500 neuen Filialen des Typs "Light" die Rede.

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