37 Mikrosekunden je Deal
Die schnellste Börsenplattform der Welt

Große Investitionen für einige Mikrosekunden: Der Boom des Hochfrequenzhandels führt zu neuen Geschwindigkeitsrekorden. Nun nimmt die Schweizer Börsenplattform SIX für sich in Anspruch, die schnellste ihrer Art zu sein.
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ZürichDer Wettlauf um die schnellste Börsenplattform geht in die nächste Runde. Nach der Inbetriebnahme von neuen Systemen am Montag nimmt die Schweizer SIX für sich in Anspruch, weltweit die Börse mit der kürzesten Reaktionszeit zu sein.

„Das neue System ist über 20 mal schneller als das bisherige“, sagte SIX-Chef Christian Katz. Bisher habe der Abschluss eines Auftrages etwa 800 Mikrosekunden gedauert, jetzt seien es nur noch 37. „Für uns ist das ein Meilenstein.“ Ein von der britischen LSE verwendetes Handelssystem habe bisher zu den schnellsten gehört, laufe aber etwa drei Mal langsamer als die Technologie von SIX, sagte Katz.

Ein Treiber hinter der Geschwindigkeits-Wettbewerb unter den Börsen ist die zunehmende Bedeutung des automatisierten Hochfrequenz-Handels. Im sogenannten Algotrading setzen Computer, die mit komplizierten Formeln gefüttert werden, innerhalb von Millisekunden hunderte von Kauf- oder Verkaufsorders ab. Dabei können sich selbst minimale Kursveränderungen zu erklecklichen Gewinnen oder Verlusten summieren. Schätzungen zufolge geht rund die Hälfte des Umsatzvolumens am US-Aktienmarkt auf das Konto des Hochfrequenz-Handels.

An der SIX machten die Algo-Trader zwar einen kleineren Anteil des Auftrags-Volumens aus als an anderen Börsen, sagte Katz. Er verhehlt allerdings nicht, dass die Hochfrequenz-Händler vom leistungsstärkeren System profitieren werden. Aber die SIX mache das nicht nur für Eigenhändler und Investmentbanken. „Auch andere Markteilnehmer können damit ihre Investitionen besser umsetzen und ihr Risiko besser managen“, erklärte Katz.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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