3G: Burger Kings Brasilien-Connection

3G
Burger Kings Brasilien-Connection

Hinter dem künftigen Eigner der Fastfood-Kette stehen große Investoren. Den neuen Chef haben sie schon ausgesucht: Der dreimalige "Manager des Jahres" Bernardo Hees wird die Geschäfte beizeiten übernehmen.
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SAO PAULO/NEW YORK. Noch vor ein paar Tagen war 3G Capital Management nur Insidern bekannt. Doch mit der milliardenschweren Übernahme der Fastfood-Kette Burger King hat der New Yorker Hedge-Fonds auf sich aufmerksam gemacht.

Gegründet wurde 3G vor sechs Jahren von dem Amerikaner Cory Bailey und dem Weißrussen Pavel Begun. Das Duo legt Wert darauf, dass 3G kein klassischer Hedge-Fonds ist. Stattdessen haben sich die Gründer zum Ziel gesetzt, Renditen mit unterdurchschnittlichem Risiko zu erwirtschaften.

Diese Strategie ist vor allem in Südamerika gut angekommen: Hinter 3G steht das erfolgreichste Investoren-Trio Brasiliens, das seit 30 Jahren gemeinsam in mehreren Private-Equity-Fonds auftritt. Im Zentrum steht der Brasilien-Schweizer Jorge Paulo Lemann.

Der 71-Jährige ist der drittreichste Mann des Landes. Der brasilianische Tennis-Champion und Harvard-Absolvent baute in den 70er-Jahren die erste brasilianische Investmentbank nach dem Vorbild von Goldman Sachs auf. Nach der Asienkrise 1998 verkaufte er sie an die Schweizer Bank Credit Suisse. Dort hatten seine heutigen Partner, Marcel Telles und Carlos Alberto Sicupira, als Praktikanten angefangen. Mit ihnen gründete Lemann GP Investimentos. Die Firma wurde zum erfolgreichsten Private-Equity-Fonds der 90er-Jahre in Brasilien und machte das Trio zu Multi-Milliardären.

Lemann hat bei AB InBev das Sagen

Ihr größter Erfolg ist der Aufstieg der brasilianischen Brauerei Brahma, die bis heute den Kern der weltgrößten Brauerei ABInBev bildet: Nach der Fusion mit dem lokalen Konkurrenten zur Ambev fusionierten die Brasilianer 2004 mit der belgischen Interbrew zu InBev, wo sie in kurzer Zeit das komplette Management übernahmen. Mit der Übernahme von Anheuser Busch vor zwei Jahren für 50 Mrd. Dollar war es erneut das brasilianische Trio, welches im Bier-Giganten die Karten verteilte: Neun von 13 Führungskräften des Konzerns kommen aus Brasiliens Ambev, darunter auch der Vorstandschef Carlos Brito.

Auch den neuen Vorstandschef von Burger King haben die Investoren um Lemann ausgewählt: Der Manager Bernardo Hees wird die Geschäfte bei der zweitgrößten Fastfood-Kette übernehmen, sobald die Übernahme abgeschlossen ist. Hees ist seit 2005 Chef der Eisenbahnlinie ALL - ebenfalls ein Investment des Trios. Der 40-Jährige war dreimal "Manager des Jahres" in Brasilien und wusste schon seit Jahresanfang, dass er bei der nächsten großen Investition von 3G den CEO-Posten übernehmen würde. Bei ALL war Hees Nachfolger von Alexandre Behring, der als wichtigster Manager von 3G gilt und den Deal mit Burger King ausgehandelt hat. Behring soll gemeinsam mit dem derzeitigen Burger-King-Chef John Chidsey das Kontrollgremium des Schnellrestaurant-Betreibers führen.

Branchenkenner gehen davon aus, dass die Brasilianer mit der Übernahme von Burger King neue Vertriebskanäle für die Produkte des Bier- und Getränkeriesen AB InBev aufbauen wollen. Burger King hat in den vergangenen zwei Jahren Lateinamerika als seine wichtigste Wachstumsregion auserkoren. Genau dort kennen sich die brasilianischen Investoren bestens aus.

3G wird noch mit einem weiteren bekannten Namen in Verbindung gebracht: Chelsea Clinton. Die Tochter der US-Außenministerin Hillary Clinton heiratete vor wenigen Wochen Marc Mezvinsky, der für 3G arbeitet.

Alexander Busch
Alexander Busch
Handelsblatt / Korrespondent Südamerika
Astrid Dörner ist Korrespondentin in New York.
Astrid Dörner
Handelsblatt / Deskchefin Agenda

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