40 Jahre Ikea in Deutschland
Warum Ikea so erfolgreich ist

Billy-Regal, Köttbullar, Smaland: Ikea feiert in dieser Woche 40-jähriges Jubiläum in Deutschland. Das Erfolgsgeheimnis des Konzerns: die Treue seiner Kunden. Doch Ikea ist längst nicht so freundlich wie sein Ruf.
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DüsseldorfViel hat sich geändert, doch eins ist wie vor 40 Jahren. Ein Auto nach dem anderen biegt an diesem sonnigen Dienstagmorgen auf den Ikea-Parkplatz in Eching. Hier, im Norden von München, öffnete am 17. Oktober 1974 der erste Markt des schwedischen Möbelhändlers in Deutschland. 215 Mitarbeiter waren damals mit dabei, um auf 9000 Quadratmetern all die Regale, Betten und Schränke zu verkaufen, die den Konzern seither weltbekannt gemacht haben. Der Umsatz damals: 30 Millionen Euro. Hier, inzwischen nur ein paar Kilometer vom Flughafen Franz-Josef-Strauß entfernt, feiert der Konzern nun das Jubiläum.

Das 40-Jährige ist zwar offiziell erst am Freitag, doch Deutschlandchef Peter Betzel und Ikea-CEO Peter Agnefjäll luden schon mal am Dienstag zur Pressekonferenz. Nicht nur, um den Geburtstag anzukündigen (und sicher zu gehen, dass diesen auch kein Medium verpasst), sondern auch, um aktuelle Zahlen zu präsentieren.

Derzeit stehen hierzulande fast 16.000 Menschen auf der Lohnliste des Familienunternehmens, sie sind verteilt auf 48 Läden. Die Schweden sehen sich als Marktführer zwischen Nordsee und Alpen. Der Umsatz kletterte vergangenes Jahr um gut drei Prozent auf 4,12 Milliarden Euro und lag damit erstmals über vier Milliarden. 190 Millionen Euro stammen davon aus den Restaurants, der Online-Shop brachte 145 Millionen ein. Insgesamt strömten nach Angaben des Unternehmens 100 Millionen Menschen in die Einrichtungshäuser. Die Online-Umsätze haben sich damit seit 2012 verdoppelt, damals lagen sie bei 73 Millionen. „Der Online-Shop wäre damit unser größtes Einrichtungshaus“, sagte Betzel.

Vor der Presse verkündeten sie zudem große Pläne für das Deutschlandgeschäft. Der Marktanteil soll in den nächsten Jahren von 13 auf  25 Prozent klettern, der Umsatz soll sich auf acht Milliarden Euro nahezu verdoppeln, betonte Betzel. Um das zu erreichen, würden 20 zusätzliche Einrichtungshäuser entstehen, jedes Jahr sollen ein, zwei Standorte dazu kommen.

Doch auch weltweit läuft es rund. Das vergangene Geschäftsjahr sei gut gewesen angesichts der vielen politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten weltweit, unterstrich Konzernchef Agnefjäll in Eching. Der Umsatz zwischen September 2013 und August 2014 ist um drei Prozent auf 28,7 Milliarden geklettert. Deutschland ist der mit Abstand wichtigste Markt der Schweden.

Ikea bemüht sich sehr um ein grünes, freundliches Image. Die Schweden betreiben 224 Windräder, produzieren auf den Dächern der Märkte Sonnenenergie, in einigen Ländern verkaufen sie sogar Solarpaneele, und fördern die Mitarbeiter. Die Beschäftigten werden am Erfolg beteiligt, 47 Prozent der Führungskräfte sind Frauen.

Das beste Geschenk zum 40. Geburtstag hat sich Ikea aber selbst gemacht: eine riesige PR-Kampagne Ende August. Damals hatte der schwedische Möbelriese verkündet, seinen Kunden in Deutschland künftig ein lebenslanges Rückgaberecht zu gewähren. Zumindest für die Zukunft. Wer also heute ein Billy-Regal kauft, kann es also auch in 20 Jahren noch zurückgeben – sofern er dann noch den Kassenzettel wiederfindet.

Es sind Aktionen wie diese, mit denen Ikea in ganz Deutschland Wiederhall findet. Am Freitag nun feiert das Unternehmen sein 40-jähriges Bestehen hierzulande. Es ist die Geschichte eines Erfolges. Ikea steht längst nicht mehr nur für selbst aufzubauende Möbel. Doch der Erfolg ist auch auf dem Leiden anderer gestützt.

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  • Ich persönlich kann an IKEA wenig bis nichts finden; das meiste der Angebote finde ich prüllig bis nicht brauch - oder nennenswert haltbar. Vllt. 5% der Einrichtungsgegenstände betrachte ich als kaufbar. Als "wir" letztens mal frustriert in einem IKEA "Futterhaus" waren weil ein Freund nicht wusste das man für eine Küchenplanung einen Termin vorher machen muss, war selbst das Essen lauwarm.

    Ich kann einfach keinen Grund erkennen warum man zu IKEA "muss".

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