42-Stunden-Streik im Bahn-Tarifstreit
Lokführer packen die Keule aus

Die Lokführergewerkschaft GDL will am Donnerstagmittag mit einem 42-stündigen Streik den Güterverkehr der Bahn lahmlegen. Sollte die Bahn weiter kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, hat GDL-Chef Manfred Schell der Deutschen Bahn mit einer massiven Ausweitung der Streiks gedroht.

HB FRANKFURT. Die Lokführergewerkschaft GDL will am Donnerstagmittag mit einem 42-stündigen Streik den Güterverkehr der Bahn lahmlegen. Sollte die Bahn weiter kein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen, werde kommende Woche von den Streiks neben dem Güterverkehr auch der Personenfern- und Regionalverkehr betroffen sein, erklärte GDL-Chef Manfred Schell am Mittwoch in Frankfurt nach einer Sitzung von Hauptvorstand und Tarifkommission. Als Zeitraum dafür nannte er den 12. bis 16. November. „Wir werden nicht zulassen, dass ein Lokführer weiterhin mit 1500 Euro netto nach Hause geht“, bekräftigte er und schloss auch unbefristete Streiks nicht aus.

Schell forderte den Bahnvorstand auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Dabei müsse auf Basis der unter Regie der Moderatoren Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf Vereinbarungen verhandelt werden. Davon werde die GDL „kein Jota abweichen“, sagte Schell.

„Wir sind bereit, morgen früh sofort mit ihnen zu verhandeln“, sagte Transportvorstand Norbert Bensel am Mittwoch in Frankfurt. Basis sei das Moderatorenergebnis. Personalvorstand Margret Suckale forderte die GDL ihrerseits auf, ihrer „Verpflichtung zum Verhandeln“ nachzukommen. Ein neues Angebot hat die Deutsche Bahn nicht vorgelegt.

Das Streikrecht für den Güter- und Fernverkehr hatte die GDL vergangene Woche vor Gericht erstritten. Ein Ausstand im Güterverkehr würde die Bahn deutlich stärker treffen als die bisherigen Arbeitsniederlegungen im Regionalverkehr. Nach Expertenschätzungen müssten Bahn und Wirtschaft mit Kosten von bis zu 50 Mill. Euro täglich rechnen. Die Deutsche Bahn hatte es am Dienstag abgelehnt, der GDL ein neues Tarifangebot zu unterbreiten. Die Gewerkschaft fordert einen eigenständigen Tarifvertrag und deutliche Lohnerhöhungen.

Die IG Metall hat die GDL für ihr Vorgehen im Tarifstreit bei der Bahn kritisiert. Zwar müssten Lokführer für ihre Arbeit ordentlich vergütet werden, dies dürfe aber nicht auf Kosten anderer Beschäftigtengruppe geschehen, sagte IG-Metall-Chef Berthold Huber am Mittwoch in Leipzig. „Wir lehnen es ab, nur einzelne, mehr oder weniger privilegierte Beschäftigtengruppen zu vertreten“, sagte Huber auf dem IG-Metall-Gewerkschaftstag in Leipzig.

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