4200 Arbeitsplätze in Gefahr
Alitalia droht mit massivem Stellenabbau

Die italienische Fluggesellschaft Alitalia sendet ein klares Signal an die Gewerkschaften: 4200 Mitarbeiter müssten entlassen werden, sollten die im jüngsten Sanierungsplan gesteckten Wachstumsziele nicht erreicht werden.

HB DÜSSELDORF. Alitalia hatte in der vergangenen Woche einen Sanierungsplan mit dem Ziel vorgelegt, das Unternehmen in die Gewinnzone zu führen und zudem für den im Frühjahr nächsten Jahres erhofften Beitritt zum neuen Luftfahrtbündnis von Air France und KLM fit zu machen. Die Gewerkschaften haben den Sanierungsplan bereits abgelehnt und Aktionen dagegen angekündigt. Streiks sind zu erwarten.

Alitalia-Chef Francesco Mengozzi hatte darauf verwiesen, dass die Fluggesellschaft dringen die Kosten senken müsse, um ihre Finanzkraft wieder zu erlangen. Wenn das geplante Wachstum des Verkehrsaufkommens, gemessen in Tonnen pro geflogenem Kilometer, von jährlich 9 % nicht erreicht werden sollte, könnte das Unternehmen gezwungen sein, bis zu 20 Prozent seiner rund 21 300 Mitarbeiter zu entlassen, warnte das staatlich kontrollierte Unternehmen. Derzeit sind 1200 Entlassungen geplant.

Wenn dies nicht gelinge, das geplante Wachstum zu erreichen, werde das mit Verlusten arbeitende Unternehmen innerhalb von 18 Monaten seine gesamten finanziellen Reserven aufbrauchen und in eine „unumkehrbare Krise“ geraten, hatte Mengozzi gewarnt. Die schon seit Jahren mit Verlusten arbeitende Alitalia ist, wie die meisten anderen Fluggesellschaften weltweit, nach den Anschlägen vom 11. September 2001 in eine tiefe Krise geraten, der die Gesellschaft nun mit massiven Kostensenkungen begegnen will.

Nach dem Sanierungsplan erwartet Alitalia im nächsten Jahr einen operativen Verlust von 29 Mill. Euro. Für das Jahr 2005 sagte die Fluggesellschaft aber einen operativen Gewinn von 222 Mill. Euro und von 359 Mill. Euro im Jahr 2006 voraus. Für das laufende Jahr hatte Alitalia bereits zu einem früheren Zeitpunkt einen Betriebsverlust von 409 Mill. Euro prognostiziert.

Mengozzi hat hart um den Beitritt zum Luftfahrtbündnis von Air France und KLM gekämpft, weil er darin den Schlüssel für das langfristige Überleben der Alitalia sieht. Allerdings fordern die französischen und niederländischen Partner zuvor eine Verbesserung der finanziellen Situation der italienischen Fluggesellschaft und eine Privatisierung. Noch hält der italienische Staat 62 Prozent der Alitalia-Kapitalanteile.

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