50 Jahre neue Lufthansa
Vom Propeller-Flieger zum Weltkonzern

Zu ihrem 50. Jubiläum am 1. April hat die Lufthansa allen Grund zum Feiern: Im vergangenen Jahr kehrte sie in die Gewinnzone zurück und zählte erstmals in einem Jahr mehr als 50 Millionen Passagiere. Als Mitglied des weltweit größten Luftfahrt- Bündnisses Star Alliance hat die Lufthansa weltweit einen guten Ruf. Mit der geplanten Übernahme der Schweizer Fluggesellschaft Swiss stellt sie die Weichen zudem auf internationale Expansion.

dpa FRANKFURT/MAIN. In den vergangenen Jahren hat Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber bei der Lufthansa vor allem das Premium-Angebot verstärkt. Die Business- Class auf der Langstrecke wurde deutlich aufgewertet, in Frankfurt entstand das weltweit einzigartige Luxus-Terminal für Vielflieger und kürzlich wurde eine Partnerschaft besiegelt, die künftig auch die Buchung von Privatjets bei der Lufthansa ermöglicht. Am anderen Ende der Preisspanne ist Lufthansa indirekt am Billigflieger Germanwings beteiligt. „Von Einheitspreisen halten wir nichts“, sagt der Lufthansa-Chef zu seiner Strategie.

Noch wichtiger für den heutigen Erfolg der Lufthansa ist aber das Bündnis Star Alliance, das 1997 vom damaligen Lufthansa-Chef Jürgen Weber mitbegründet wurde. 16 Fluggesellschaften gehören inzwischen dem Zusammenschluss an und verfügen weltweit über ein Netz mit täglich rund 11 000 Flügen. 90 Prozent der Vorteile einer Fusion könnten auch mit einer Allianz erreicht werden - allerdings mit nur 10 Prozent der Risiken, sagt Mayrhuber.

Ursprünglich hatte bei der Lufthansa alles sehr bescheiden angefangen. Am 1. April vor 50 Jahren starteten nahezu zeitgleich zwei Maschinen von München in Richtung Hamburg und von Hamburg in Richtung München. Damit hatte die nach dem Zweiten Weltkrieg neu gegründete Lufthansa den zivilen Linienluftverkehr in Deutschland offiziell wieder aufgenommen. Bis in die 90er Jahre flog die Lufthansa als deutsches Staatsunternehmen, 1997 wurde die Privatisierung abgeschlossen. Der Gang an die Börse brachte dem Bund mehrere Milliarden D-Mark ein.

Das fünfzigjährige Jubiläum wird weltweit gefeiert

Gefeiert wird „50 Jahre neue Lufthansa“ mit einem historischen Flug. Statt einer Propellermaschine wird ein moderner Airbus A321 von Hamburg über Düsseldorf und Frankfurt nach München fliegen. Dort ist eine Feier mit Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) und dem bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber (CSU) geplant. Zudem sind weltweit weitere Feiern vorgesehen - schließlich zählt der Konzern rund 90 000 Mitarbeiter.

Trotz der Jubiläumsfeiern und Erfolgsmeldungen: Die Lufthansa hat noch große Aufgaben zu bewältigen. So sieht ein Kostensenkungsprogramm vor, bis 2006 das Ergebnis um 1,2 Milliarden Euro zu verbessern. Probleme bereiten auch die weiter steigenden Ölpreise. Und die in jüngster Zeit in der Politik wieder verstärkt geforderte Einführung einer Kerosin-Steuer könnte den Konzern ebenfalls belasten. Eine ganz andere Herausforderung steht bei der Lufthansa in zwei Jahren an: Dann sollen die ersten Großraumflugzeuge Airbus A380 mit jeweils 555 Sitzen an die Lufthansa ausgeliefert werden - und eine neue Dimension des Fliegens bringen.

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