60 Jahre McDonald's
Selbst die Clintons wenden sich ab

Vor sechs Jahrzehnten begann McDonald's unter neuem Management, „Fast Food“ zum Erfolgsmodell zu formen. Heute ist die Burger-Kette in der Krise. Und selbst Hillary Clinton wird im Wahlkampf den Ur-Amerikanern untreu.
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San FranciscoWie sich die Zeiten ändern. Als Bill Clinton noch demokratischer Präsidentschaftskandidat war, gönnte er sich in den 1990er Jahren gerne mal medienwirksam und volksnah einen saftigen Big Mac mit Cola und Fritten bei der Fast-Food-Kette mit dem gelben „M“ im Logo. Ur-amerikanischer geht es kaum.

Als seine Frau Hillary, nun ebenfalls Präsidentschaftskandidatin, am Montag an ihren ersten Wahlkampf-Tag eine Stärkung brauchte, schlich sie sich mit großer Sonnenbrille getarnt in ein Lokal der aufstrebenden Kette Chipotle. Die ist ein vor allem bei jungen Kunden – und Wählern – beliebt und bietet höherwertiges mexikanisches Fastfood.

Die Fotos der Überwachungskamera in Ohio machten schnell die Runde auf Twitter und Facebook. Bilder mit unverhoffter, aber vielleicht nicht ungewollter Symbolkraft. Hillary Clinton will und muss das Image abstreifen, die Großmutter der Nation zu sein, zum alten System zu gehören. Weg vom amerikanischen Big Mac, hin zum multikulturellen Burrito. Sie will Aufbruch und Jugend verkörpern. Immerhin ist sie mit 67 Jahren schon sieben Jahre älter als das angestaubte McDonald’s. Die Restaurantkette in ihrer heutigen Form feiert Jubiläum. Am 15. April 1955 öffnete das erste Franchise-Restaurant seine Pforten. Und steckt heute trotz globaler Marktmacht in der Krise.

Alles begann mit dem 15-Cent-Hamburger. 1948 betrieben die Brüder Richard „Dick“ und Maurice „Mac“ McDonald ein erfolgreiches Drive-In-Schnellrestaurant in der damals von der Arbeiterklasse geprägten Stadt San Bernardino. Das Geschäft lief gut, doch es ginge noch besser, dachten sich die beiden.

Künftig verzichteten sie auf Kellnerinnen, die das Essen zu den Autos der Kundschaft brachten und stellten die Küche auf eine vorgefertigte Angebotspalette mit Selbstbedienung um, die hinter dem Tresen verkauft wurde. Das Fast Food als Geschäftsprinzip war geboren.

Das Konzept der Brüder entpuppte sich als revolutionär. In den 1950ern boomte das Geschäft, es gab bereits acht Schnellrestaurants im Südwesten der USA und fast zwei Dutzend weitere, die das System der McDonald's-Brüder nutzten. Franchising, also Lizenzverkauf, wurde zum Wachstumsmotor. Die folgenden Großaufträge für Milchshake-Mixer zogen schließlich das Interesse des Handelsvertreters Ray Kroc auf sich.

Erstaunt über die rege Nachfrage nach den Maschinen, die er vertrieb, machte Kroc sich auf den Weg nach Kalifornien. Er nahm das Fast-Food-Phänomen persönlich in Augenschein. Kroc erkannte das Potenzial der Geschäftsidee und überzeugte die McDonald's-Brüder, ihn zum Franchise-Beauftragten zu machen, um das Konzept zu verbreiten.

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